Gegen das Vergessen: 17 neue Stolpersteine in Lüdenscheid

Lokalzeit Südwestfalen 14.11.2025 00:58 Min. Verfügbar bis 14.11.2027 WDR Von Franziska Reinl

Gegen das Vergessen: 17 neue Stolpersteine in Lüdenscheid

Stand:

In Lüdenscheid wurden am Freitag 17 neue Stolpersteine verlegt. Die in den Boden eingelegten Messingtafeln sollen an Menschen erinnern, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Die Stolpersteine wurden für mehrere jüdische Mitbürger verlegt. Aber nicht nur: Ein Stolperstein beispielsweise erinnert an Marianne Dickehut. Sie war Schülerin des damaligen Mädchen-Lyceums. Weil sie Verhaltensauffälligkeiten zeigte, wurde sie in eine Landesklinik zwangseingewiesen und schließlich ermordet.

Mehrere Schülerinnen und Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums - so heißt die Schule heute - waren dabei, als der Stolperstein verlegt wurde. Sie haben Musikstücke und Reden vorbereitet, nachdem sie sich intensiv mit der Geschichte von Marianne D. beschäftigt haben.

"Ich glaube es ist wichtig, dass wir uns an bestimmte Dinge erinnern. Was die Betroffenen damals gespürt haben, können wir gar nicht spüren." Michael Rose, Schüler der Geschwister-Scholl-Schule Lüdenscheid

Wegen feindlichem Radio denunziert

Ein zweites Beispiel ist Franz Feldmann. Er hörte "feindliche Radiosender", wurde denunziert und kam als Teil eines Bombenentschärfungskommandos ums Leben.

Mann setzt Stolpersteine ein

Weitere Steine wurden zum Gedenken an das jüdische Ehepaar Benjamin und Elisabeth Slager sowie seiner Kinder David und Regina verlegt. Während Benjamin Slager 1941 noch eines natürlichen Todes sterben konnte, wurden die drei anderen Familienmitglieder 1942 und 1944 unter dem NS-Regime ermordet.

Die Stolperstein-Verlegung wird von vielen Lüdenscheidern und dem Verein Gedenkzellen Altes Rathaus Lüdenscheid unterstützt.

Tod am Wohnort

Mehr als tausend Menschen wurden in Lüdenscheid Opfer tödlicher Gewalt der Nationalsozialisten. Knapp 30 Stolpersteine sind bereits vor ehemaligen Wohnhäusern verlegt, 17 weitere Stolpersteinen kamen heute dazu, um an die Opfer zu erinnern.  

Damit wird deutlich, dass die nationalsozialistische Gewaltherrschaft nicht nur in den Konzentrationslagern den Tod brachte, sondern auch am Wohnort.

Gegen das Vergessen: 17 neue Stolpersteine in Lüdenscheid

WDR Studios NRW 14.11.2025 00:47 Min. Verfügbar bis 14.11.2027 WDR Online

Quellen:

  • Stadt Lüdenscheid
  • WDR-Reporterin vor Ort

Über dieses Thema berichten wir am 14.11.2025 auch im Radio auf WDR2: Lokalzeit Südwestfalen, 6:31 Uhr.

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