Erste Stolperschwelle in Velbert erinnert an NS-Opfer
02:26 Min.. Verfügbar bis 12.11.2027.
In Velbert werden am Mittwoch in allen drei Stadtteilen neue Stolpersteine verlegt. Zum ersten Mal in Deutschland wird auch eine sogenannte Stolperschwelle an einem Kriegerdenkmal verlegt. Sie erinnert an alle Opfer des Nationalsozialismus in Velbert und Umgebung.
Was ist eine Stolperschwelle?
Die Stolperschwelle ist Teil des europaweiten Projekts des Künstlers Gunter Demnig. Anders als ein Stolperstein erinnert sie nicht nur an Einzelpersonen, sondern an ganze Opfergruppen. Mit bis zu einem Meter Länge soll sie ein sichtbares Mahnmal für gemeinsames Erinnern und gegen das Vergessen sein.
Frisch verlegte Stolpersteine in Velbert
Die Schwelle in Velbert ist 70 Zentimeter lang und trägt folgende Inschrift: "Velbert und Umgebung - 1933-1945 - Menschen wurden ausgegrenzt, entrechtet, verhaftet, deportiert, viele ermordet. Sie lebten, liebten, glaubten, dachten "anders" - Nie wieder ist jetzt."
Stolpersteine – das größte Mahnmal Europas
Europaweit hat Gunter Demnig bereits über 100.000 Stolpersteine verlegt. Sie tragen Namen und Lebensdaten von Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden. "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", lautet das Leitmotiv des Projekts. Jeder Stein bringt ein Stück Geschichte zurück in unsere Straßen. Im Velberter Stadtgebiet liegen jetzt insgesamt 44 Stolpersteine.
"Mit jedem Stolperstein kehrt die Erinnerung an ein Leben zurück – und mit jeder Verlegung beginnt die Erzählung über einen Menschen, der hier lebte." sagt Tobias Glittenberg vom Bergischen Geschichtsverein.
Erinnerung braucht Unterstützung
Die Verlegungen in Velbert wurden durch Spenden finanziert. Ein Stolperstein kostet 150 Euro. Hinter dem Projekt stehen die Recherchegruppe ZEITLOS des Bergischen Geschichtsvereins, die Stadt Velbert, Angehörige der Opfer und die Stiftung SPUREN – GUNTER DEMNIG. Die Kosten für die Schwelle hat die Stadt Velbert übernommen.
Unsere Quellen:
- Recherchegruppe ZEITLOS des Bergischen Geschichtsvereins
Über dieses Thema berichtet der WDR am 12.11.2025 auch im WDR Fernsehen: Lokalzeit Bergisches Land, 19.30 Uhr.