Lippstadt: Seit 30 Jahren auf der Jagd nach Pokémon
01:52 Min.. Verfügbar bis 28.02.2028.
Lippstadt: Seit 30 Jahren auf der Jagd nach Pokémon
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Kleine Glitzer-Karten mit bunten Figuren: Pokémon begeistern Millionen Menschen auf der Welt. Und das seit genau 30 Jahren. In Lippstadt wird das Jubiläum in der Stadtbücherei gefeiert. Hier wird fachgesimpelt, gespielt und vor allem getauscht. Eine besondere Karte ist 700 Euro wert.
Daniel Harder ist sichtlich stolz. Seine besondere Karte ist in einer Plastikbox gesichert, die liegt extra ganz unten in einen Kasten. "Ich habe eine Tüte zum Geburtstag von meinem Bruder geschenkt bekommen", sagt der 33-jährige Lippstädter. Als er sie öffnet kommt die große Überraschung. Die rote Pokémon-Figut "Victini" mit roten Stehhaaren - die ist besonders begeht und entsprechend wertvoll.
Bei den vielen anderen Karten, die an diesem Nachmittag den Besitzer wechseln, steht der eigentliche Wert nicht im Mittelpunkt. Einige wollen ihre Serien vervollständigen, andere doppelte Karten loswerden. Das scheint Spaß zu machen: Beim Handeln und Tauschen kommen Kinder, die sich gar nicht kennen, schnell ins Gespräch. Auch mit Erwachsenen.
"Cool, wenn die Kinder das weitermachen"
Benjamin aus Witte ist mit seinem Sohn gekommen.
Vor allem junge Väter begleiten ihre Kinder. Benjamin aus Erwitte ist mit seinem Sohn da: Auch er ist mit Pokémon aufgewachsen und freut sich jetzt, sein Wissen an die Kinder weiterzugeben. "Es ist schon cool, wenn die Kinder das weitermachen", sagt er mit sichtlichem Stolz.
Wenige Meter entfernt sitzen Enkel, Oma und Mutter an einem Spieltisch. Auch hier dreht sich alles um die Pokémon und ihre besonderen Kräfte. "Ich finde die Karten sehr künstlerisch. Und, das ist für mich sehr wichtig, sie sind nicht an Gewalt orientiert. Das finde ich gut", sagt Mutter Natalie Stepputath.
Mutter freut sich über Karten ohne Gewalt
Familienausflug: Nathalie Stepputath ist erst durch ihre Kinder auf Pokémon gekommen.
Vor dreißig Jahren hatte sie den Hype erst gar nicht mitbekommen. Dann gab es die ersten T-Shirts, Schultaschen, Treffen. "Als dann meine Kinder ins passende Alter kamen, habe ich erst gesehen, was da alles dahinter steckt."
Die Leitung der Lippstädter Stadtbücherei ist von dem Andrang nicht wirklich überrascht. Um 14 Uhr ging das Pokémon-Treffen los. Von Anfang an füllten sich die Räume schnell.
Die Tauschbörse, die Bastelecke, die kleine Buchausstellung und der Beamer mit den alten Spielen sind schnell angenommen worden. "Pokémon sind einfach der Klassiker. Ich bin auch damit aufgewachsen. Das Grundprinzip ist immer gleich geblieben", sagt Medienpädagogin Kathrin Eberle von der Stadtbücherei.
16,5 Millionen Dollar für eine Pokémon-Karte
Vor zehn Jahren kam die App dazu: Millionen Menschen zogen weltweit mit ihren Handys durch Städte, Dörfer und über Land, um Hotspots zu suchen. Parallel eskalierte die Suche nach besonders seltenen Karten immer weiter. Bei der bisher größten Auktion wechselte eine Karte für 16,5 Millionen Dollar den Besitzer.
Von diesen Summen sind in Lippstadt alle weit entfernt. Die 700-Euro-Karte wird bestaunt - aber der Spaß steht für alle im Mittelpunkt. Das ihr Hobby etwas verrückt ist, wissen besonders die Älteren: "Das macht aber nichts," sagt der 33-jährige Daniel Harder und beugt sich zum nächsten Kind, das stolz seine Sammlung präsentiert.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Stadtbücherei Lippstadt
- Besucher der Tauschbörse
Sendung: WDR Fernsehen, WDR Aktuell, 27.02.2026, 16:00 Uhr