Pferdehalter Reinhard Cramer aus Herscheid.
Märkischer Kreis: Landwirte begrüßen leichtere Wolfsjagd
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Der Bundestag hat den Abschuss von problematischen Wölfen erleichtert. Dafür wurde der Wolf in das bundesweite Jagdrecht aufgenommen. Landwirte in Südwestfalen begrüßen den Beschluss des Bundestages. Kritik kommt dagegen von Naturschutzverbänden.
Reinhard Cramer aus Herscheid hat seinen Ponyhof mitten im Wolfsgebiet. Und nicht nur einmal hatte er Angst um seine Tiere. "Letzten Sommer hatten wir hundert Meter neben meinen Ponywiesen einen Wolf auf der Wildkamera", sagt er. Zum Glück aber wurden seine Tiere bisher von dem Raubtier verschont.
"Wir Weidetierhalter sind schon zu lange mit unseren Sorgen allein gelassen worden" Reinhard Cramer, Pferdehalter aus Herscheid
"Den Beschluss des Bundestages begrüße ich deshalb", sagt Reinhard Cramer. "In Sachen Wolf ist ja lange Zeit nur wenig passiert." Deshalb wurde er selber aktiv – baute für mehrere Tausend Euro aus eigener Tasche - ohne Zuschüsse - Schutzzäune gegen den Wolf, in den Wäldern nebenan.
Pferde auf der Koppel von Reinhard Cramer in Herscheid
Grundsätzlich positiv sehen den Beschluss auch viele andere Landwirte. "Das gestrige Votum im Plenum des Bundestages ist ein wichtiger Schritt zum Schutz unserer Weidetiere," heißt es in einer Stellungnahme des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes.
Naturschützer kritisieren den Beschluss
Naturschützer hingegen kritisieren den Beschluss. Eine Bejagung könnte den Bestand gefährden und verhindere Weidetierrisse nicht, sagt der NABU.
Jetzt aber müssen erstmal die Länder Details regeln. Besonders Im Fokus dürften bei den Abschüssen vor allem die ostdeutschen Bundesländer und Niedersachsen stehen. Dort gibt es viel mehr Wölfe als in Nordrhein-Westfalen.
Führt Bejagung zu mehr Wölfen hier bei uns?
Eine Konsequenz könnte sein, dass das erstmal zu mehr Wölfen hier in NRW führt. Der Grund: "Wenn dort gejagt wird, könnten Wölfe von dort zu uns auswandern, weil es hier ruhiger für sie ist," fürchtet Pferdehalter Reinhard Cramer.
Herdenschutz wird immer wichtiger
Reinhard Cramer mit seinen Ponys.
Für den Herscheider steht deshalb fest, dass der Herdenschutz immer wichtiger wird. "Der Wolf muss lernen, dass es wehtut, wenn er an unsere Weidetiere geht. Sprich Elektrozaun, der dem Wolf einen anständigen Schlag versetzt."
Und seine Hoffnung ist, dass künftig auch Pferdehalter wie er beim Bau solcher Zäune finanziell unterstützt werden.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Landwirt Reinhard Cramer
- Stellungnahme des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes
- NABU
Sendung: WDR2 Südwestfalen, Lokalzeit, 06.03.2026, 13:31 Uhr
