Die Mieten für Ladenlokale und andere Einzelhandelsimmobilien in Ostwestfalen sinken weiter – vor allem in den eigentlich besten Lagen. Das hat die Industrie- und Handelskammer zu Bielefeld in ihrem Mietpreisatlas 2025 analysiert.
Das Bild ist in allen größeren Städten in Ostwestfalen gleich: Egal ob Bielefeld oder Herford, ob Minden oder Gütersloh, Bad Oeynhausen oder Bünde: Die Haupteinkaufsstraßen in den Innenstädten werden von Einzelhändlern nicht mehr so stark nachgefragt wie früher.
Städte kämpfen gegen Leerstand, Immobilienunternehmer reagieren
Einige Städte subventionieren die Mieten sogar, um überhaupt noch Einzelhandel in die Innenstädte zu holen und Leerstände zu vermeiden. Die Unternehmer in der Immobilienbranche seien inzwischen häufiger bereit, weniger Rendite zu machen um die Immobilie nicht leerstehen zu lassen, sagt die IHK Ostwestfalen.
"Es hat ein Mentalitätswandel stattgefunden und der Realismus hat Einzug erhalten", sagt IHK-Mitglied Michael Fredebeul. Er ist selbst Immobilienunternehmer in OWL.
Bielefeld und Paderborn: Mieten sinken um bis zu 30 Prozent
Sogar Paderborn hat dieser Trend jetzt erreicht. Die Innenstadt dort hatte bei einer IHK-Erhebung vor fünf Jahren noch steigende Ladenmieten vorzuweisen. Seitdem sind die Mieten dort aber genauso stark gesunken wie in Bielefeld: um 20 bis 30 Prozent.
Ein Grund: Viele größere Einzelhandels-Unternehmen machen ihr Geld inzwischen im Internet und viele kleinere Einzelhändler haben Schwierigkeiten zu überleben, weil ihre Einnahmen zurückgehen.
Nur in kleineren Städten und in den sogenannten Nebenlagen der größeren Städte – also in Einzelhandelsimmobilien außerhalb der Haupteinkaufsstraßen – sind die Mietpreise noch stabil, vereinzelt steigen sie sogar.
Unsere Quellen:
- IHK Ostwestfalen: Mietpreisatlas 2025
- Land NRW
Über das Thema berichten wir am 03.September 2025 auch im Radio: WDR2 : Lokalzeit OWL, 12:30 Uhr