Auto- und Radfahrer passieren ein Verkehrschild in einer Zone mit 30 Kilometern Geschwindigkeitsbeschränkung

Runter vom Gas: OB in Münster will Tempo-30-Zonen deutlich ausweiten

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In Münster soll es schon bald mehr Tempo-30-Zonen geben. Das hat Münsters neuer Oberbürgermeister von den Grünen angekündigt. Tempo-30-Zonen einzurichten, ist für Städte und Gemeinden einfacher geworden. Dafür hat der Gesetzgeber gesorgt.

Von Petra Brönstrup

Die Diskussion ist in Münster nicht neu. Schon vor einem Jahr brachte die damalige Ratsmehrheit von Grünen, SPD, Volt und Linkspartei einen Antrag ein mit dem Ziel, die Innenstadt zu einer flächendeckenden Tempo-30-Zone zu machen. Aktuell gilt auf manchen Straßenabschnitten Tempo 30, auf anderen Tempo 50.

Wer blickt da noch durch?

Ein Mann im Anzug, der in die Kamera lächelt. Er steht vor einem bunten Hintergrund.

Oberbürgermeister Tilman Fuchs ist seit dem 1. November in Münster im Amt

Viele Autofahrer blicken da nicht mehr durch, wo sie wie schnell fahren dürfen, wenn sich auf ein- und derselben Straße alle paar hundert Meter die zulässige Höchstgeschwindigkeit ändert. "Eine Situation, die der Verkehrssicherheit nicht zuträglich ist", hieß es bereits im Mai 2025. Münsters neuer Oberbürgermeister Tilman Fuchs von den Grünen knüpft daran an. Die Tempo-30-Zonen in der Stadt müssten ausgeweitet werden.

Dabei kann der erste Grüne an der Spitze der Stadt Münster auf die Unterstützung von Grünen, SPD und Volt vertrauen. Sie haben im Rat der Stadt Münster die Mehrheit. In ihrem Koalitionsvertrag haben sie vereinbart, die Verkehrswende in Münster voranzutreiben. Allerdings gehört dazu viel mehr als nur die Ausweitung der Tempo-30-Zonen.

Autofahrer müssen mit Einschränkungen rechnen

Eine Fahrradstraße mit rotem Fahrbahnbelag.

Radfahrer haben auf Fahrradstraßen Vorrang

Fußgänger, Radfahrer und Buskunden sollen schneller und sicherer durch die Stadt kommen. Das bedeutet, dass weitere Straßen in Fahrradstraßen umgewandelt werden sollen, wo Radfahrer Vorrang vor Autofahrern haben. Außerdem sollen weitere Busspuren eingerichtet werden. Beides würde zu Lasten von Autofahrern gehen, weil die dann Fahrspuren verlieren.

Nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in einigen Außenstadtteilen sollen Straßen für den Durchgangs- und Lkw-Verkehr gesperrt werden. Und: Es sollen öffentliche Parkplätze für Autos gestrichen werden. Das ist in der vergangenen Legislaturperiode bereits passiert, das soll jetzt forciert werden.

Grundlage ist der bereits 2024 von der linksgerichteten Rathausmehrheit in Münster beschlossene Masterplan Mobiliät Münster 2035+. Da heißt es: "Münster befindet sich auf dem Weg zu einer klimaneutralen und stadtverträglichen Mobilität". Stichworte sind: verkehrssicher, gesund, lebenswert, digital, vernetzt, erreichbar, gerecht, barrierefrei.

Millionenschwere Investitionen nötig

Die Ziele sind ambitioniert und dürften nach Einschätzung der Verkehrsplaner in der Stadtverwaltung viele Millionen Euro kosten. Beispiel: der Neu-, Aus- und Umbau von Radwegen. Laut Masterplan soll das Radwegenetz mit einer Gesamtlänge von mehr als 500 Kilometern um 100 Kilometer wachsen. Das allein würde mindestens 50 Millionen Euro kosten. Auch die geplanten neuen Busspuren, neue Mobilstationen und mehr Busverkehr dürften sehr teuer werden.

Kritik von der CDU-Opposition

Die größte Oppositionsfraktion im Rat der Stadt Münster, die CDU, hält nicht viel von der grün-roten Verkehrspolitik in Münster. CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Weber betont, dass die CDU durchaus Fußgänger, Radfahrer und Busverkehr stärken möchte. Aber nicht zu Lasten von Autofahrern. "Grün-Rot verfolgt ein klares Verdrängungsziel gegenüber dem Autoverkehr. Das lehnen wir ab", erklärte Weber.

Absehbar ist, dass im Rat der Stadt Münster schon bald heftig gestritten wird - über eine Bauvorhaben im Rahmen der von Grünen, SPD und Volt betriebenen Verkehrswende.

Runter vom Gas: Münster will Tempo-30-Zonen deutlich ausweiten

WDR Studios NRW 26.01.2026 00:40 Min. Verfügbar bis 26.01.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Reporterin im Gespräch mit Oberbürgermeister Tilman Fuchs (Bündnis90/Die Grünen)
  • Stefan Weber, CDU-Fraktionsvorsitzender Münster
  • Masterplan Mobilität Münster 2035+
  • Koalitionsvertrag von Bündnis90/Die Grünen, SPD, Volt in Münster

Sendung: WDR 2, Lokalzeit Münsterland, 26.01.2026, 6.31 Uhr

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