Ein Bild mit Symbolcharakter: anstelle der Brücke liegt ein roter Teppich aus für die Radfahrenden.
Roter Teppich als Protest gegen langsamen Radwegausbau in Essen
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Mit einem roten Teppich haben Radfahrende für eine Brücke über eine Hauptverkehrsstraße in Essen demonstriert. Der Stop in Essen am Mittag war für die gut 50 Fahrrad-Demonstranten nur ein Ort von vielen. Seit dem 22. August sind sie landesweit mit ihrem Protest unterwegs.
"Macht schnell, eine Stunde lang gehört die Straße uns", ruft einer der Fahrrad-Demonstranten. Um die 50 Radler sind gerade an der Gladbecker Straße am Rheinischen Platz im Norden der Innenstadt in Essen. Sie rollen einen roten Teppich aus, quer über die viel befahrene Straße.
Der Teppich steht für eine angemessene Querung für Radfahrende, die hier entstehen soll. Die "Tour de Verkehrswende" läuft schon seit Donnerstag.
Die Gründe, warum das nicht passiert, sind vielschichtig, erklärt eine Teilnehmerin des Protests. Unter anderem gehört das Gelände, auf dem die Brücke enden soll, dem Unternehmen Evonik aus Essen. Und das nutzt das Gelände noch.
Eine von vielen Radbaustellen in Essen
Kurz vor der Gladbecker Straße endet der RS1 plötzlich, geradeaus ist Wildwuchs
Hintergrund der Aktion in Essen ist ein landesweiter Protest mit dem Namen "RS1 - Vision Top - Umsetzung FLOP" gegen den langsamen Ausbau mehrerer geplanter Fahrradstrecken, wie dem RS1. Der endet kurz vor der Straße in Essen, auf der viele Autos unterwegs sind. Für Radfahrer ist es extrem schwierig, sie zu überqueren, sagt Thomas Möller.
Das ist ein Glückspiel, ob man rüber kommt oder nicht. Der Zustand vom RS1 ist eine Katastrophe. Thomas Möller ist Radfahrer aus Essen
Es fehle die Beleuchtung, eine vernünftige Fahrbahndecke auf dem Radweg. "Es ist einfach ein Lückenkompromiss im Moment und das ist wenig zufriedenstellend", klagt Möller. Seit Jahren passiere nichts bei dem Großprojekt.
Und das sei nicht alles: wie in vielen Städten im Ruhrgebiet sei die Infrastruktur für Radfahrende mehr als schlecht. Schlaglöcher, plötzlich endende Radwege oder wuchernde Wurzeln gebe es im gesamten Stadtgebiet in Essen.
Protest aus ganz NRW
Der Protest der Radfahrenden ist bunt und kreativ.
Der Stopp in Essen ist für die gut 50 Fahrrad-Demonstranten nur ein Ort von vielen. Seit dem 22. August sind sie unterwegs. Los ging es in NRWs fahrradfreundlichster Stadt, in Münster. Enden wird sie am Sonntag, dem 31. August in Köln. Organisiert hat sie der Verein "Changing Cities".
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Radfahrende in Essen
- Changing Cities e.V.
