Kind nach Esoterik-Festival angefahren

Aktuelle Stunde 21.06.2025 27:01 Min. UT Verfügbar bis 21.06.2027 WDR Von Luca Peters

Kind bei Unfall in Stemwede getötet - Fahrer stand nicht unter Drogen

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Der Fahrer, der im Juni bei einem Unfall auf einem Festival in Stemwede ein kleines Mädchen überfahren hatte, stand nicht unter Drogen. Das Ergebnis eines Vortests war falsch. Das hat die Staatsanwaltschaft Bielefeld jetzt bestätigt, die gerade an einer Anklageschrift gegen den Mann arbeitet.

Die Fünfjährige war mit ihrer Mutter und ihrer Schwester auf dem Yoga- und Musikfestival. Dort kam es zu dem tragischen Unfall. Ein Rettungshubschrauber hatte das Kind noch in ein Krankenhaus gebracht. Es starb in der Nacht an den schweren Verletzungen. Die Veranstalter ließen das Festival weiterlaufen und äußerten sich öffentlich zu dem tödlichen Unfall.

"Unsere Gedanken und unser tiefstes Mitgefühl gelten in diesen schweren Stunden der Familie des verstorbenen Kindes." Team des Wald-Healing-Festivals

Laut Polizei fuhr ein 21-jähriger Mann mit einem Radlader über das Festival-Gelände. Als er zwei Mädchen sah, stoppte er zunächst. Ein Kind wechselte die Straßenseite, dann fuhr der Mann aus bisher ungeklärten Gründen wieder an. Dabei geriet das zweite Mädchen unter das Vorderrad des Baufahrzeugs.

Freiwilliger Drogentest positiv

Polizisten erschien das Verhalten des Radlader-Fahrers "drogentypisch". Doch der Bluttest bestätigte das Ergebnis des freiwilligen Drogentests nicht. Deswegen ermittelt die Staatsanwaltschaft Bielefeld wegen fahrlässiger Tötung gegen den 21-jährigen Mann aus Espelkamp, nicht zusätzlich wegen einer Gefährdung des Straßenverkehrs.

Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat (FDP) sagte nach dem Unfall dem WDR, es sei eine "unglaubliche Tragödie". Die Entscheidung, das Festival weiter stattfinden zu lassen, habe der private Veranstalter in eigener Verantwortung gefällt - nach Rücksprache mit der Notfallseelsorge.

Kind bei Unfall in Stemwede getötet - Fahrer stand nicht unter Drogen

WDR Studios NRW 10.09.2025 00:41 Min. Verfügbar bis 11.09.2027 WDR Online

"Auf der Bühne sind Tränen geflossen"

Nach Angaben der Veranstalter solle das "in angepasster Form" geschehen: mit Trauerveranstaltungen und Seelsorgern vor Ort. Für Bürgermeister Abruszat ist die Entscheidung "ein zweischneidiges Schwert", er könne das aber akzeptieren und verstehen.

Die Festival-Teilnehmer waren geschockt vom Tod des kleinen Mädchens: "Auf der Bühne sind Tränen von Darstellern geflossen und auch innerhalb der Menschenmenge," sagt ein Besucher.

Sprirituelles Festival hatte gerade begonnen

Das viertägige "Wald Healing Festival" mit Yoga, Massagen, Meditation und Musik in der Natur hatte gerade begonnen, als das Mädchen zunächst schwer verletzt wurde. Viele Menschen campen auf dem Gelände im Kreis Minden-Lübbecke.

Unsere Quellen:

  • Polizei Minden-Lübbecke
  • Team des Wald-Healing-Festivals
  • Nachrichtenagentur dpa
  • WDR-Gespräche mit Festival-Besuchern
  • WDR-Gespräch mit Kai Abruszat, Bürgermeister von Stemwede

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