Gute Chancen für Surfwelle in Herford

Lokalzeit OWL 08.07.2025 02:30 Min. Verfügbar bis 08.07.2027 WDR Von Christina Joswig

Herford will Surfwelle am Stadtgraben testen

Stand:

Eine Surfwelle könnte in Herford Realität werden: Ein möglicher Ort ist gefunden und auch für den Umbau gibt es Ideen.

Von Christina Joswig

Für Peter Friesen wäre ein bisschen Ozean-Feeling in Ostwestfalen-Lippe ein Traum, der wahr wird. "Man hätte dann nicht mehr die weiten Wege, wenn man ihn fast vor der Haustür hätte. Das wäre richtig gut", schwärmt er. Vor 26 Jahren stand er das erste Mal auf einem Surfbrett. Seitdem zieht es ihn immer wieder ans Wasser. Oft zur Leinewelle in Hannover, die es seit zwei Jahren gibt.

Auch die Pläne vom Wellenreiten in Herford nehmen inzwischen Gestalt an. Mit anderen Surfern hat sich Peter Friesen an den Planungen der Stadt dazu beteiligt: Ein Jahr haben sie Orte geprüft und Recherchen gemacht. Nun ist klar, dass sich nur die Wehranlagen an der Aa im Herforder Zentrum hierfür eignen. Wichtig bei der Suche nach dem Ort war der Hochwasserschutz. Denn das Wasser muss weiterhin richtig abfließen können.

Wehranlagen bieten gute Bedingungen

"Wenn wir die Wehrtafeln hochfahren, haben wir eine gewisse Strömungsgeschwindigkeit und daraus entsteht am Fuß eine Welle, die wir vielleicht nutzen können", erklärt Thomas Schmidtpott vom Grünflächenamt der Stadt. Die Idee: Immer, wenn genug Wasser da ist, werden Holzbauten temporär eingesetzt, die die Welle verstärken.

Mehrere Männer stehen auf der Wehranlage an der Aa

Christian Janzen (v.l.) , Peter Friesen, Steven Janzen und Thomas Schmidtpott planen zusammen die Surfwelle.

Die Wehranlage zu nutzen, sei eine kostengünstige Möglichkeit, sagt Schmidtpott. Mit wenigen Maßnahmen könnte das Wasser passend gelenkt werden. Ob das wirklich klappt, muss allerdings erst noch getestet werden. Davor muss die Wasserbehörde noch ihre Genehmigung erteilen.

Verein soll Betrieb übernehmen

Sollte diese Genehmigung erteilt werden und die Testphase erfolgreich sein, werden Peter Friesen und seine Kollegen den Verein "Welle Herford" gründen und die Anlage betreiben. Sie wollen Events organisieren, für die die Holzbauten eingelassen werden, sodass Sportler die Welle nutzen können.

Erstmal wird die Nutzung nur Vereinsmitgliedern möglich sein. Nach und nach soll das Projekt dann wachsen. So kann die Nutzung kontrolliert werden, denn das Wehr auf eigene Faust zu betreten, ist verboten und Surfen im fließenden Gewässer kann lebensgefährlich sein.

Erst im April ist in München eine Surferin im Eisbach verunglückt. Die 33-Jährige war mit ihrer Sicherheitsleine, die das Surfbrett mit dem Fuß verbindet, unter Wasser hängen geblieben. Die Mitglieder des künfigen Herforder Vereins wollen darauf achten, dass solche Unfälle durch sicheres Equipment verhindert werden. Es gibt beispielsweise Leinen, die wie mit einem Magnet am Brett gehalten werden und sich einfach lösen lassen.

Stadt Herford möchte mehr Wasser

Bürgermeister Tim Kähler ist begeistert von der Vorstellung, eine Surfwelle in der Stadt zu haben: "Es ist jetzt sehr realistisch, dass wir in einem halben bis Dreivierteljahr die ersten Surfer hier auf der Welle sehen können".

Mit dem Konzept "Herford ans Wasser" plane die Stadt ohnehin, die Gewässer wieder freizulegen. Dass die Menschen auch das Wasser selbst sportlich nutzen können, soll unbedingt ein Teil davon sein.

In ferner Zukunft sogar eine feste Welle?

Für den Bürgermeister ist diese Surfwelle allerdings eine temporäre Lösung. Die Stadtplanung sehe vor, eine feste Welle baulich zu integrieren - wenn die Wehre in einigen Jahren umgebaut werden.

Bis dahin aber sollen die Surf-Fans in Ostwestfalen-Lippe nicht leer ausgehen und möglichst schnell die Möglichkeit haben, am Stadtgraben eine Welle zu reiten.

Herford will Surfwelle am Stadtgraben testen

WDR Studios NRW 08.07.2025 00:43 Min. Verfügbar bis 08.07.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Reporterin vor Ort
  • Stadt Herford
  • Gründungsmitlieder Verein "Welle Herford"

Weitere Beiträge aus dem Kreis Herford

1 / 2