Autonome Busse in Herford 1.700 Kilometer gefahren

WDR 01:45 Min. Verfügbar bis 11.03.2028

Autonome Busse in Herford 1.700 Kilometer gefahren

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Seit September rollen autonome Busse durch Herford. Die Bahn zieht ein positives Zwischenfazit, braucht aber einen neuen Partner.

"Ich find's ja ganz gut, dass das hier auch mal in einer kleineren Stadt gemacht wird", sagt Miriam Janssen. Sie hat mit ihrem E-Scooter extra neben einem der Ultimo-Busse gehalten, um ein Foto zu machen: "Das sieht schon spacemäßig aus!"

Die roten Shuttles in Herford haben neun Sitze, Kameras, moderne Sensorik- und Radarsysteme. Nach einem halben Jahr machen die selbstfahrenden Busse in Herford nun allerdings erstmal eine Betriebspause.

"Insgesamt konnten die Busse im autonomem Modus eine Fahrleistung von über 1.700 Kilometern erbringen", teilt ein Bahnsprecher auf WDR-Anfrage mit. Für die Nutzung der Ultimo-Busse haben sich demnach knapp 750 Menschen registriert, darunter seien auch regelmäßige Fahrgäste. Laut Bahn würden die ersten Ergebnisse zeigen, dass "autonome Shuttles ein zuverlässiger Bestandtteil des öffentlichen Nahverkehrs sein" können.

Autonomer Modus wird von Fahrer am Steuer begleitet

Ein Straßenplan der Route der autonomen Busse

Die Busse fuhren in Herford im 30-Minuten-Takt feste Haltepunkte an.

Im September wurden die roten Busse als Teil des europäischen Forschungsprojekts "Ultimo" vorgestellt. Die Deutsche Bahn koordiniert das Projekt und will so neue Erkenntnise über autonomen Busverkehr erfahren. Neben Herford rollen auch in Genf und Oslo selbstfahrende Busse im Regelbetrieb.

In Herford will die Bahn herausfinden, "wie das Busangebot einer typischen Mittelstadt durch autonome Fahrzeuge noch attraktiver werden kann." Bisher sitzt bei jeder Fahrt ein Sicherheitsfahrer am Steuer, um bei Bedarf einzugreifen. Laut Bahn geschehe das bei einem Forschungsprojekt wie Ultimo "manchmal". Zusätzlich analysiert der Fahrer gemeinsam mit einem Entwickler auf dem Beifahrersitz die Fahrleistung.

Projektpause nach einem halben Jahr

Anfang März verkündete die Bahn eine Betriebspause. Am vergangenen Donnerstag fand die vorerst letzte Fahrt statt. Der Grund: Die Zusammenarbeit mit dem Projektpartner ZF endet, da "das Unternehmen die Entwicklung autonomer Transportsysteme" einstelle. Neben den beiden Bussen unterstützte ZF auch beim Aufbau der Leitstelle.

Die Bahn sucht nun einen neuen Fahrzeughersteller für das Ultimo-Projekt in Herford. Dazu befinde man "sich aktuell in Gesprächen." Noch 2026 soll das Projekt weitergehen und die Busse wieder autonom durch Herford rollen.

Unsere Quellen:

  • Sprecher DB-Regio
  • Deutsche Bahn
  • Beobachtungen und Gespräche des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR.de, Autonome Busse in Herford 1.700 Kilometer gefahren, 31.03.2026, 18:21 Uhr

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