Eine 92-Jährige setzt sich erfolgreich für mehr Sicherheit ein

Lokalzeit OWL 13.05.2025 02:32 Min. Verfügbar bis 13.05.2027 WDR Von Christian Michel

Schluss mit Raserei: 92-Jährige kämpft erfolgreich für Tempolimit

Stand:

In Schloß Holte-Stukenbrock im Kreis Gütersloh zeigt eine Frau, dass Engagement keine Altersgrenze kennt.

Von Christian Michel

Ursula Förster hat sich mehr als ein Jahr lang dafür eingesetzt, dass auf der vielbefahrenen Bielefelder Straße vor ihrer Pflege-Wohngemeinschaft ein Tempolimit eingeführt wird.

Einsatz lohnte sich

Jetzt ist es so weit: Statt Tempo 100 gilt künftig Tempo 70 – ein Erfolg, der das Leben vieler Menschen sicherer machen soll. Die Landstraße verbindet Bielefeld-Sennestadt mit Stukenbrock, liegt in direkter Nähe zur A33 und ist ganztägig stark befahren.

Genau dort liegt auch eine Bushaltestelle, die für viele der älteren Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegeeinrichtung die einzige Möglichkeit ist, mobil zu bleiben und soziale Kontakte zu pflegen.

Geschwindigkeitsüberschreitungen, Überholmanöver und Unfälle

Doch der Weg zur Haltestelle war bislang riskant – zu schnell fuhren viele Autos an der Stelle vorbei. Ursula Förster wollte das nicht länger hinnehmen.

Mit Unterstützung von Mitbewohnern, Nachbarn und Bekannten begann sie, Unterschriften zu sammeln und das Gespräch mit Verantwortlichen zu suchen. "Ich habe einfach nicht lockergelassen", sagt sie.

Der Einsatz blieb nicht unbeachtet: Stadt, Kreis und Polizei reagierten – es folgte eine Verkehrsuntersuchung. Ergebnis: Die Stelle war tatsächlich kritisch.

"Die Polizei hat uns bestätigt, dass viele Fahrzeuge deutlich schneller als 100 km/h unterwegs waren, es gab unerlaubte Überholmanöver und leider auch viele Unfälle", sagt Hubert Erichlandwehr, Bürgermeister von Schloß Holte-Stukenbrock.

92-Jährige hofft, dass es sicherer wird

Auch Carsten Glatt, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde und langjähriger Wegbegleiter von Ursula Förster, war beeindruckt vom Durchhaltevermögen der 92-Jährigen.

"Sie hat nie aufgegeben – das ist wirklich bewundernswert." Und Ursula Förster? Die denkt nicht nur an sich: "Ich freue mich nicht nur für mich – sondern auch für alle, die hier leben, arbeiten oder unterwegs sind."

Unsere Quellen:

  • WDR-Autor
  • Ursula Förster
  • Polizei Gütersloh
  • Hubert Erichlandwehr, Bürgermeister von Schloß Holte-Stukenbrock
  • Carsten Glatt, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde

Weitere Beiträge aus dem Kreis Gütersloh

1 / 2