Gemeinsames Konjunkturpressegespräch der IHKs Arnsberg, Hagen und Siegen

Lokalzeit Südwestfalen 03.11.2025 02:31 Min. Verfügbar bis 03.11.2027 WDR Von Heinz Krischer

Unternehmen in Südwestfalen leiden unter schwacher Konjunktur

Stand:

Unternehmen in Südwestfalen leiden unter der Konjunkturflaute – auch weil die E-Mobilität nicht vorankommt.

Mehr als 1.200 Unternehmen haben die Industrie- und Handelskammern in Südwestfalen in den vergangenen Wochen befragt, wie sie aktuell die Konjunktur einschätzen.

Das Ergebnis, das heute vorgestellt wurde, ist ernüchternd: Zu wenig Nachfrage, zu hohe Energie- und Arbeitskosten, kaum Bereitschaft, richtig in die Zukunft zu investieren.

Auch bei A+E Keller, einem Familienunternehmen in Arnsberg, das vor allem für die Automobilindustrie produziert, könnten die Geschäfte besser laufen.

Um für die Fertigung von Elektro-Autos gerüstet zu sein, hatte das Unternehmen eine neue Umformungs-Maschine gekauft. Die größte Einzelinvestition in 106 Jahren Firmengeschichte.

Teure Maschine für E-Autos steht still

Doch: "Jetzt ist diese Anlage im Augenblick nicht in Betrieb, steht still", sagt Dr. Stephan Guht, Geschäftsführender Gesellschafter bei A+E Keller. Grund: Viel zu hohe Kapazitäten für die eher geringe Nachfrage nach Elektro-Autos.

Das Arnsberger Unternehmen hatte deutlich mehr erwartet. Eine Situation, mit der im Moment auch andere Unternehmen zu kämpfen haben. Erst vorige Woche meldete Infineon in Warstein eine ähnliche Situation, will Arbeitsplätze abbauen.

Unternehmen fordern Planbarkeit

"Was wir brauchen, ist Planbarkeit", fordert der Chef von A+E Keller. "In einer Welt, die sich schnell verändert, muss man sich zumindest auf Rahmenbedingungen verlassen können, wo man sagen kann: Jawohl, das ist der Weg, da geht‘s lang."

Bei der IHK-Konjunkturumfrage wurde heute deutlich: Die südwestfälische Wirtschaft leidet unter schwacher Inlandsnachfrage und hohen Arbeits- sowie Energiekosten. Der Herbst der Reformen, wie ihn Kanzler Merz ankündigte – den vermissen viele Unternehmen.

"Es sind viele Ankündigungen gemacht worden, aber leider nicht umgesetzt worden" Walter Viegener, Präsident der IHK Siegen
Mehrere Männer sitzen in einem Konferenzraum vor einer Präsentation mit Balkendiagramm.

IHK-Konjunkturumfrage wird vorgestellt

"Es sind viele Ankündigungen gemacht worden, aber leider nicht umgesetzt worden", kritisiert Walter Viegener, Präsident der IHK Siegen. "Wenn der Bundeskanzler und die jetzige Bundesregierung sagt "Herbst der Reformen", dann müssen die Reformen auch umgesetzt werden. Und das vermissen wir. Viele Ankündigungen, wenig Umsetzung."

Forderung: Stromsteuern senken, Bürokratie abbauen

Konkret fordern die Unternehmen vor allem Stromsteuern zu senken, Netzentgelte zu reduzieren und Bürokratie abzubauen, betonten die IHK-Präsidenten heute bei der Vorstellung der Konjunkturumfrage.

Bei A+E Keller in Arnsberg ist man im Moment dabei, die neue Maschine, die eigentlich Teile für E-Autos produzieren sollte, umzurüsten – auf Teile für den Maschinenbau. "Das heißt, wir orientieren uns um und nutzen die neuen Fähigkeiten, die wir mit dieser größeren Anlage haben, um auch neue Märkte für uns zu erschließen", sagt Geschäftsführer Dr. Stephan Guht.

Konjunkturumfrage Südwestfalen

WDR Studios NRW 03.11.2025 00:40 Min. Verfügbar bis 03.11.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • IHK Konjunkturumfrage Südwestfalen
  • Gespräch mit Geschäftsführer A+E Keller

Über das Thema berichten wir am 03. November 2025 auch im WDR Fernsehen: Lokalzeit Südwestfalen um 19.30 Uhr.

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