Gedenkstätte

Die Gedenkstätte Stalag 326 von außen

Kreis Gütersloh beteiligt sich an Stalag-Stiftung

Stand:

Vor zwei Jahren lehnte der Kreistag Gütersloh die Förderung der Gedenkstättenstiftung noch ab. Jetzt stimmt eine Mehrheit doch zu.

Im "Stammlager 326 Senne", kurz Stalag, starben bis zu 65.000 Kriegsgefangene. Bisher kümmern sich Ehrenamtliche mit einem Verein um den Gedenkort. Bald soll eine Stiftung dafür sorgen, dass das Lager mehr ins öffentliche Bewusstsein kommt.

Im Kreis Gütersloh hatte es in den vergangenen zwei Jahren vor allem über die Finanzierung viele Diskussionen gegeben.

Deutliche Mehrheit im Gütersloher Kreistag

Am Ende war die Entscheidung aber deutlich: 64 Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen, zwei Enthaltungen. Bis dahin wurde allerdings noch einmal viel diskutiert, die zweistündige Sitzung wurde mittendrin sogar für eine Stunde unterbrochen.

Die CDU verlangte noch Änderungen, wie die Arbeit der Stiftung in Zukunft aussehen und vor allen Dingen bezahlt werden soll. Ergänzen möchte die CDU zum Beispiel, dass Steigerungen bei den Personalkosten nur dann übernommen werden, wenn sie tarifbedingt sind.

Ob diese Ergänzung tatsächlich Auswirkungen haben wird, ist aber unklar. Viele andere Beteiligte sind sich in Bezug auf die Stiftung schon einig und werden voraussichtlich nicht mehr über Änderungen abstimmen wollen.

2023 war dem Kreistag die Gedenkstätte noch zu teuer

Die Entscheidung in Gütersloh war spannend, weil der Kreistag eine Förderung der Gedenkstätte vor zwei Jahren noch abgelehnt hatte. Das hatte bundesweit zu Kritik geführt, unter anderem von Historikern und der damaligen Kulturstaatsministerin Claudia Roth. CDU-Landespolitiker äußerten ebenfalls Unverständnis über die Kommunalpolitiker ihrer Partei.

Ein Kompromissvorschlag von NRW-Landtagspräsident André Kuper (CDU) brachte dann den Durchbruch: Die Gedenkstätte soll kleiner werden als ursprünglich geplant, ein neues Besucherzentrum wurde gestrichen. Für den Kreis Gütersloh sinken die voraussichtlichen Kosten damit von rund 450.000 auf 210.000 Euro jährlich.

Stammlager für zehntausende Gefangene in OWL

Das Stammlager 326, kurz Stalag, liegt bei Stukenbrock in der Senne. Zwischen 1941 und 1945 diente es als Kriegsgefangenenlager der Nationalsozialisten, hauptsächlich für sowjetische Gefangene. Gemessen an der Gesamtzahl von rund 300.000 Gefangenen war das Lager eines der größten im Dritten Reich.

Die Städte Bielefeld, Schloß Holte-Stukenbrock, die OWL-Kreise, der Landschaftverband Westfalen-Lippe (LWL) und das Land NRW sollen die Stiftung einrichten.

Kreis Gütersloh beteiligt sich an Stalag-Stiftung

WDR Studios NRW 28.10.2025 00:47 Min. Verfügbar bis 28.10.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Kreis Gütersloh

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