Friseurin ändert Preismodell | WDR aktuell
WDR. 01:45 Min.. Verfügbar bis 17.04.2027.
Geschlecht egal: Alle zahlen gleich viel beim Friseur in Versmold
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Bisher haben Frauen in den meistens Friseursalons mehr für eine neue Frisur gezahlt als Männer. Das könnte sich jetzt ändern. Die ersten Salons rechnen nicht mehr nach Geschlecht ab, sondern nach Zeit und Material. Ein Beispiel aus Versmold.
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Jetzt mitdiskutierenCornelia Dellbrügge ist zufrieden, als sie für eine neue Frisur in den Salon von Stefanie Bäumker kommt. Bevor die Friseurmeisterin das neue Preismodell eingeführt hat, mussten sie und andere Damen mit Kurzhaarfrisur mehr bezahlen als Männer. "Das ist nicht mehr zeitgemäß“, findet Bäumker.
Preise im 15-Minuten-Takt
Damen und Herren zahlen in diesem Salon in Versmold jetzt gleich viel.
In ihrem Salon in Versmold bespricht das Team die Preise vorher transparent mit den Kunden und rechnet im Viertel-Stunden-Takt ab. Nach Zeit und Material. Für eine halbe Stunde Waschen, Schneiden, Föhnen fallen beispielsweise 35,50 Euro an. Egal ob Mann, Frau oder divers. Zeit statt Geschlecht. Das ist auch ein Zeichen gegen Diskriminierung, merkt die Friseurmeisterin an.
"Eine Dame, die einen Kurzhaarschnitt hat und in einer halben Stunde fertig ist – warum sollte die mehr bezahlen als ein Herr?“ Stefanie Bäumker, Salon-Inhaberin in Versmold
In nächster Zeit dürfte es noch mehr Friseursalons geben, die das neue Preismodell einführen. Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks weist darauf hin, dass das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) mittlerweile geschlechterneutrale Preise voraussetzt. Damit soll das sogenannte "Gender Pricing" verhindert werden, also dass Preise für Waren oder Dienstleistungen auf Basis des Geschlechts gestaltet werden.
Auch in OWL erste Salons mit neuem Modell
Stefanie Bäumker rechnet nach Zeit und Material und nicht nach Geschlecht ab.
In einer stichprobenartigen Umfrage bei Friseur-Innungen in Ostwestfalen-Lippe hat der WDR erfahren, dass erste Salons keine geschlechtsspezifischen Preise mehr haben, also auch wie Stefanie Bäumker nach Zeit und Aufwand und nicht nach Geschlecht abrechnen. Offiziell erhoben wird das nicht, es ist also eine Einschätzung der jeweiligen Innung.
Offen für neues Preismodell
Das Preismodell ist neu - und vielen noch nicht bekannt. Das merken wir auch, als wir uns rund um den Versmolder Marktplatz umhören. Aber eine Meinung haben die, die wir fragen, schon: "Das ist eigentlich gerecht, denke ich", findet Marianne Erdhütter, die nach eigenen Angaben beim Friseur bisher doppelt so viel gezahlt hat wie ihr Mann. Angst, Kunden wegen des neuen Preismodells, zu verlieren, hat Stefanie Bäumker nicht.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen und Gespräche der WDR-Reporterin vor Ort
- Friseur-Innungen Gütersloh, Paderborn-Lippe, Höxter-Warburg und Herford
- Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 16.04.2026, 19:30 Uhr
1 Kommentar
Kommentar 1: Anke schreibt am 26.04.2026, 08:53 Uhr :
Ich finde das richtig toll und sehr "kundinnenfreundlich". Die Frage warum Damen generell mehr bezahlen sollen, habe ich mir immer schon gestellt.