Schülerinnen aus Münster spenden ihre langen Haare für den guten Zweck
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Haare spenden für Krebskranke: Schülerinnen des Schillergymnasiums in Münster haben das diese Woche gemacht. Aus ihren Spenden sollen Perücken werden. Und zwar für Menschen, die gerade eine Chemotherapie machen und deshalb haarlos sind. Es soll ihnen Selbstbewusstsein geben.
Sie sind zwischen 11 und 18 Jahren alt und haben Haare. Lange Haare! Noch stehen Anna, Sophie und Celia ein bisschen verloren im Haarsalon von Taifun Yalcin. Aber mit Freundlichkeit und kostenfreien Kaltgetränken beruhigt der Frisör die Mädchen im Handumdrehen.
Mit geschultem Blick begutachtet er die Mähnen: Alle Vorgaben sind erfüllt - die Haarpracht der Mädchen ist so lang, dass er bei ihnen locker 30 Zentimeter abscheiden kann. Und - wichtig - sie sind nicht gefärbt. Denn nur so taugen sie für eine Echthaarperücke.
Ein Zopf muss noch drin sein
Die 11-jährige Anna hat eine Woche darauf rumgedacht, ob sie sich von ihren langen Haaren trennen will. Aber sie möchte etwas Gutes tun.
Krebskranken mit einer Perücke aus ihren Haaren mehr Selbstbewusstsein zu schenken findet sie super. Einzige Bedingung: Ein Zopf muss noch drin sein. Anna ist begeisterte Kampfsportlerin, trainiert Jiu Jitsu. Lose Haare nerven da.
Sophies Haare reichen bis zu ihrer Hüfte. Als Lehrerin Julia Schüßler für die Aktion in der Klasse warb, meinten Sophies Mitschülerinnen und Mitschüler: "Sophie, mach du das doch!" Und obwohl keines der Kinder ernsthaft daran glaubte, sagte die 13-Jährige sofort: "Klar! Im Sommer ist es ja sowieso praktischer, wenn die Haare nicht zu lang sind."
Ich habe mich unwohl gefühlt mit meiner Glatze. Celia, Schülerin aus Münster
Celia hat wunderschöne, hellrote Locken. Sie hat sich erst ganz kurz vor der Aktion angemeldet. Die 18-Jährige weiß besser als jeder sonst, wie wichtig Selbstbewusstsein während einer Krebstherapie ist.
Celia weiß selbst, was Haare für das Selbstbewusstsein tun
Als sie 12 war, erkrankte sie selbst an Krebs. "Ich habe mich unwohl gefühlt mit meiner Glatze," erzählt sie. Jetzt möchte sie anderen mit ihrer Haarspende eine Freude machen.
Frisör Taifun Yalcin legt los: Er kämmt die Haare der Mädchen, fasst sie im Zopf zusammen. Dann legt er einen Zollstock an, misst 30 Zentimeter ab. Daraufhin heißt es: Schnippschnapp - ab!
Das geht kurz und schmerzlos. Danach Haare waschen und dann Feinschliff - den gab es übrigens gratis. Auch der Frisör will eine gute Tat tun mit der Aktion.
Eine gute Tat pro Monat
Zweieinhalb Stunden später: Alle geföhnt, frisiert, glücklich mit dem neuen Haarschnitt. Besonders Celia: Sie hatte ihrem Vater nichts von der Aktion erzählt, er war richtig erschrocken. Ein Selfie-Bild mit dem Handy hat beide Eltern aber sofort begeistert.
"Außerdem," grinst Celia breit: "Wir sind ja Muslime. Da muss man einmal pro Monat eine gute Tat tun", sagt sie. "Ich hab meine für diesen Monat jetzt erledigt."
Unsere Quellen:
- Schülerinnen des Schillergymnasiums in Münster
- Reporterin vor Ort