Über drei Meter groß und ein extrem langer Hals, so sah das Urtier wohl aus. Es lebte gemeinsam mit den Dinosauriern. Sven Sachs, Gastwissenschaftler am Naturkundemuseum Bielefeld, hat die neue Gattung jetzt zusammen mit einem Co-Autor beschrieben.
Die gut erhaltenen und nahezu vollständigen Überreste des Reptils wurden bereits vor Jahrzehnten in Baden-Württemberg entdeckt. "Ich kenne den Fund schon lange", so Sachs, der seit 1996 auf dem Gebiet forscht. Jetzt hat Sven Sachs das Fossil genauer analysiert. Die Ergebnisse haben die Forscher im Journal "PeerJ" veröffentlicht.
Reptil lebte zusammen mit Dinos
"Der Plesiosaurier lebte vor etwa 183 Millionen Jahren", sagt Sven Sachs.
Die Reptilien bewegten sich mit vier paddelartigen Gliedmaßen durchs Wasser. Sie starben zusammen mit den Dinosauriern vor 66 Millionen Jahren aus.
Sachs und sein Co-Autor Daniel Madzia von der Polnischen Akademie der Wissenschaften nannten die von ihnen klassifizierte Art "Plesionectes longicollum". Das bedeute etwa 'früher Schwimmer mit langem Hals'. Warum das Tier einen so langen Hals habe, wisse man nicht, sagt Sachs: "Vielleicht war das eine Tarnung, damit erst der Kopf in einem Fischschwarm auftaucht."
Weiteres Puzzlestück der Evolution
Das Skelett misst laut Studie 295 Zentimeter - 125 davon entfallen auf den Hals und 81 auf den Schwanz. Es ist aber etwas zusammengeschoben und der Kopf ist nicht vollständig. Deshalb vermuten die Forscher, dass das Tier etwa dreieinhalb Meter lang gewesen sein muss.
"Es gibt noch viele Lücken in der Forschung und jede neue Erkenntnis hilft uns den Stammbaum zu verstehen", sagt Sachs. Deshalb freue er sich, dass er nun eine neue Gattung beschreiben konnte. Das Fossil sei das einzige dieser Gattung.
Fossil in Schiefergebiet gefunden
Fossil des Plesiosauriers
Das Fossil wurde 1978 in Holzmaden, etwa 35 Kilometer südöstlich von Stuttgart, gefunden. Der Ort ist bekannt für seine Fossilien, weil sie in Posidonienschiefer eingebettet sind. Der Schiefer sorgt dafür, dass die Funde so gut erhalten sind.
Seit den 70er Jahren ist der Plesiosaurier im Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart. Dort wurde er auch von Sachs analysiert. Das Exponat ist im Moment nicht in der Ausstellung und daher nicht für Besucher zu sehen.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Sven Sachs
- Nachrichtenagentur dpa
