Corhelper-App: Schon 700 App-Lebensretter im Kreis Coesfeld

Lokalzeit Münsterland 11.02.2026 02:06 Min. Verfügbar bis 11.02.2028 WDR Von Florian Dolle

Corhelper-App: Schon 700 App-Lebensretter im Kreis Coesfeld

Stand:

Der Kreis Coesfeld hat am Mittwoch die Corhelper-App getestet. Für die registrierten Ersthelfer gab's einen Alarm auf's Handy.

Von Florian Dolle

Am 11. Februar ist der Tag des Notrufs. Wer die Nummer "112" wählt, braucht dringende Hilfe. Aber im ländlichen Münsterland, kann es bis Hilfe da ist, länger dauern. Vielleicht zu lange. Deswegen soll eine Smartphone-App Ersthelfer in der Nähe zu Menschen in Lebensgefahr bringen.

eine Frau an einem Rechner

Nadine Boländer hat das Handy für den Notfall immer parat.

Zum Beispiel Nadine Boländer aus Lüdinghausen. Sie engagiert sich als "Corhelperin" im Kreis Coesfeld freiwillig. Das funktioniert so: Die Rechtsfachwirtin hat immer ihr Handy dabei. "Auch wenn ich hier im Büro an der Arbeit bin, kann der Alarm losgehen. Dann zählt jede Sekunde!". Das Handy schrillt, dann wird Nadine Boländer angezeigt, wo in der Nähe ein Mensch in Lebensgefahr ist. Sofort macht sie sich auf den Weg. 

Ersthelfer schneller als Rettungswagen

Krankenwagen müssen spätestens nach zwölf Minuten am Einsatzort sein. Das ist die vorgegebene Hilfsfrist. "Aber dann ist es vielleicht für manche Patienten schon zu spät", sagt Christoph Schlütermann vom Deutschen Roten Kreuz in Coesfeld. 

"Wenn ein Mensch einen Herzstillstand hat, sinkt die Wahrscheinlichkeit zu überleben mit jeder Minute." Christoph Schlütermann, Deutsches Rotes Kreuz Coesfeld
DRK-Kreisverbandsvorstand Christoph Schlütermann vor dem Sitz des Ortsverbandes Dülmen

Christoph Schlütermann ist begeistert von der Ersthelfer-App.

Für diese lebensbedrohlichen Fälle hat der Kreis Coesfeld jetzt die App. Und schon rund 700 Helfer, die aktiv mitmachen. In den letzten zwölf Monaten waren sie 291 mal im Einsatz. Und konnten meistens vor Eintreffen eines Rettungswagens helfen: "In vier Minuten sind die Ersthelfer im Schnitt beim Patienten. Das ist eine der größten Verbesserungen in der Rettungskette seit Jahren", fasst Schlütermann zusammen.

Kreis Coesfeld sucht noch mehr "Corhelper"

Nadine Boländer war schon acht Mal im Einsatz. Sie ist ehrenamtliche Sanitäterin. Daher ist sie geübt im Reanimieren. "Ich hatte auch schon Einsätze, zu denen ich zu spät kam. Damit muss man umgehen können. Aber ich konnte auch schon helfen. Das zählt für mich."

Das DRK in Coesfeld und der Kreis suchen jetzt mehr "Corhelper", die sich registrieren. Demnächst werdem wieder kostenlose, halbtägige Kurse angeboten. Auch der Kreis Borken arbeitet mit der App.

Kreis Coesfeld testet App für Ersthelfer beim Herzstillstand

WDR Studios NRW 11.02.2026 00:46 Min. Verfügbar bis 11.02.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Kreis Coesfeld
  • WDR-Reporter im Gespräch mit Nadine Boländer und Chistoph Schlütermann

Sendung: WDR2 MünsterlandLokalzeit, 11.02.2026, 06.31 Uhr

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 11.02.2026, 19:30 Uhr

Weitere Beiträge aus Ostwestfalen-Lippe

1 / 2