Marihuana für Transport fertig verpackt
Die Masche war ebenso einfach wie ergiebig: Der Hauptangeklagte, ein 29-Jähriger aus Gronau, hat laut Anklage rund 800 Kilogramm Cannabis aus Marokko und Spanien bestellt. Die Drogen soll er dann unter anderem bei Instagram über extra dafür angelegte Profile angeboten und verkauft haben.
Übergabe in Hotelzimmern
Das lief offenbar so gut, dass der Mann eine eigene Organisation aufbaute, um den Handel zu betreiben. Seine Lebensgefährtin, eine 30-Jährige aus Gronau, soll Treffen mit Käufern vereinbart und ihn dorthin gefahren haben. Zudem habe sie Hotelzimmer für Übergaben und Lagerhallen für die Drogen gemietet.
Die Frau sowie die vier anderen Helfer, zwei Männer (26 und 31 Jahre alt) aus Gronau, ein 26-Jähriger aus Ahaus und ein 27-jähriger Münsteraner, unterstützten den Hauptangeklagten laut Staatsanwaltschaft ab Sommer 2024. Sie sollen sich um Kennzeichnung, Lagerung und Versand der Drogen gekümmert haben.
Staatsanwaltschaft will fünf Millionen Euro einziehen
Über fünf Millionen Euro Umsatz soll das illegale Unternehmen erwirtschaftet haben. Zwei davon habe der Hauptangeklagte gemeinsam mit seiner Freundin verdient, drei Millionen Euro habe er allein mit den illegalen Geschäften ergaunert.
Die Staatsanwaltschaft will diese Summe jetzt von den insgesamt sechs Angeklagten einziehen. Außerdem drohen allen Beschuldigten lange Haftstrafen wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Urteile will das Landgericht Münster Mitte März sprechen.
Unsere Quellen:
- Landgericht Münster
Sendung: WDR.de, Drogen bei Instagram verkauft: Prozess am Landgericht Münster beginnt, 08.01.2026, 05:58 Uhr