Windrad bedroht Startplatz der Gleitschirmflieger im Sauerland | Aktuelle Stunde
02:30 Min.. Verfügbar bis 06.11.2027.
Windrad bedroht Startplatz der Gleitschirmflieger im Sauerland
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Gleitschirmflieger vom Verein SauerlandAir aus Eslohe-Wenholthausen haben am Donnerstag Klage gegen ein geplantes Windrad eingelegt. Sie fürchten, dass das Windrad ihnen die Thermik nimmt - und sie ihren Sport an einem der beliebtesten Gleitschirmflieger-Startplätze Nordrhein-Westfalens aufgeben müssen.
Sechs Windräder sind auf dem Berg hoch über Wenholthausen geplant. Und eines davon macht den Gleitschirmfliegern des Vereins SauerlandAir Probleme. Dieses Windrad würde genau in der Start-Schneise stehen - und an der Stelle gebaut, wo die Gleitschirmflieger Thermik tanken, um in die Höhe zu kommen.
"Dieses Windrad wäre höchstwahrscheinlich das K.O. für unseren Verein." Manuel Moreno, Vorsitzender SauerlandAir
"Wir hätten dann bei Südwestwinden, die im Sauerland besonders üblich sind, keinerlei Möglichkeit mehr für unsere Mitglieder, eine Fluggelegenheit zu schaffen. Damit wäre der Flugsport bei der durchschnittlichen Windrichtung tot."
Der Startplatz in Wenholthausen gilt in der Gleitschirmflieger-Szene als ganz besonders gut: Mit mehr als 1000 Starts im vergangenen Jahr ist er der am meisten genutzte Startplatz in NRW. Deshalb wollen die Gleitschirmflieger auch um ihn kämpfen.
Klage am Gericht eingereicht
SauerlandAir protestiert mit Plakaten gegen das geplante Windrad.
"Wir sind gezwungen, Klage gegen den kürzlich erlassenen Bescheid zu erheben, um einfach auch die Möglichkeiten noch zu haben, überhaupt unsere Rechte geltend zu machen", sagt Manuel Moreno. Heute habe der Anwalt die Klageschrift an das OVG Münster geschickt. Außerdem gibt es eine Protestaktion mit großen Plakaten.
Betreiber weist Kritik der Flieger zurück
Die Hochsauerland-Energie GmbH, die den Windpark betreiben will, weist die Kritik der Gleitschirmflieger zurück. In der Planungsphase hätte es eine umfangreiche Öffentlichkeitsbeteiligung gegeben, die aber habe der Verein nicht genutzt.
Hinter dem Startplatz der Gleitschirmflieger soll das Windrad entstehen.
Der ehrenamtliche Vorstand des Vereins entgegnet, erst in diesem Sommer von den Windkraft-Plänen erfahren zu haben. Die Behörden seien nicht auf sie zugekommen. "Es hat niemand gefragt, wie wir fliegen, wo wir fliegen. Offensichtlich bestand kein Interesse daran, das Fluggebiet zu erhalten oder zu berücksichtigen", ärgert sich Manuel Moreno.
Die Gleitschirmflieger wollen jetzt aber auch noch einen Kompromiss anbieten: Wenn das Windrad schon nicht zu verhindern sei, dann sollte es während der Flugphasen wenigstens abgestellt werden. Dann könnte vielleicht doch noch die Thermik für Flüge übers Sauerland ausreichen.
Unsere Quellen:
- Gleitschirmflieger SauerlandAir
- Hochsauerland-Energie GmbH
- Gespräche des Reporters vor Ort
