Zu sehen ist der Windpark.

Protest gegen Windräder an Bruchertalsperre in Marienheide

Stand:

In Marienheide wehrt sich eine Interessengemeinschaft gegen den Bau von Windkrafträdern oberhalb der Bruchertalsperre.

Von Susanne Lang-Hardt
Zu sehen sind links Hans Josef Schnepper und rechts Oliver Popp.

Hans Josef Schnepper und Oliver Popp von der IG Windpark Bruchertalsperre

Vier Windräder sind bereits geplant und jedes einzelne soll 250 Meter hoch werden. "Höher als der Kölner Dom", sagen die Kritiker der "Interessengemeinschaft IG Windpark Bruchertalsperre". Hans-Josef Schnepper und Oliver Popp sind die Initiatoren des Protests. Die meisten der rund 15 organisierten Gegner sind nicht grundsätzlich gegen Windräder, sagen sie. Sie wehren sich nur gegen den Standort an der Talsperre, weil dort ein beliebtes Naherholungsgebiet ist.

Baugenehmigung der Windräder liegt bei der Kreisverwaltung in Gummersbach

Rechtlich gesehen hat die Interessengemeinschaft kaum eine Chance. Im Regionalplan ist das Gebiet oberhalb der Bruchertalsperre für Windräder vorgesehen. Den Bauantrag hat der Investor Westfalenwind schon in der Kreisverwaltung in Gummersbach eingereicht. Er umfasst zehn Aktenordner. Trotzdem wehrt sich die Interessengemeinschaft und sammelt Unterschriften.

Windräder sorgen für Strom und bringen Geld in die Gemeindekasse

Die 250 Meter hohen Windräder sollen pro Jahr Strom für umgerechnet 17.000 Haushalte erzeugen. Der Investor Westfalenwind wird dann Gewerbesteuern zahlen und die kann die Gemeinde gut gebrauchen. Außerdem gibt es Geld aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Das alles wiegt für die Interessengemeinschaft aber nicht die Nachteile auf. In der nächsten Ratssitzung wollen sie den Politikern zu den Windrädern Fragen stellen.

Fördermittel für barrierefreie Infrastruktur an der Bruchertalsperre 

In den vergangenen Jahren ist viel Geld in touristische Projekte rund um die Talsperre geflossen. Unter anderem wurden barrierefreie Zugänge zum See angelegt. Dafür gab es eine Millionen-Förderung der EU. Ein großes Toilettenhaus und der barrierefreie Zugang zu einem “Seebalkon“ gehören dazu. Entlang des rund vier Kilometer langen Rundwegs sind Picknickplätze entstanden. 

1000 Camper nutzen das Naherholungsgebiet

Camper lieben die Bruchertalsperre. Sie erholen sich auf verschiedenen Campingplätzen und könnten besonders unter den Windrädern leiden, befürchten die Initiatoren des Protests. Sie sagen, die Windräder könnten zu laut sein und den Ausblick auf den See beeinträchtigen. Der vorgeschriebene Mindestabstand der Windräder zur Bebauung ist in NRW in den vergangenen Jahren weiter gesunken. Windräder dürfen seitdem mit einem Mindestabstand von 500 Metern zu Campingplätzen entstehen. Der Abstand zur normalen Wohnbebauung muss größer sein. 

Protest gegen Windräder an Bruchertalsperre in Marienheide

WDR Studios NRW 02.07.2025 00:49 Min. Verfügbar bis 03.07.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Westfalenwind
  • Stefan Meisenberg, Bürgermeister Marienheide
  • Hans-Josef Schnepper, Interessengemeinschaft Windpark Bruchertalsperre

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