Einsatz mit angezogener Handbremse - Walking Football
Zugegeben, es sieht manchmal schon ein bisschen skurril aus, wie sich die Spieler auf dem Rasen bewegen. Aber das bringen die Regeln beim Walking Football nun mal so mit sich. Schließlich ist es verboten, zum Ball zu sprinten - langsames Laufen ist angesagt, ein Fuß muss immer den Boden berühren. Das gelingt nicht immer allen Spielern. Aber die Schiedsrichter drücken oft beide Augen zu - hier steht schließlich der Spaß im Vordergrund.
Der Umstieg ist gar nicht so einfach
Einer der ältesten Spieler: Franz Mann (75) aus Köln
Gerade für Kicker, die vom traditionellen Fußball kommen, ist die Umgewöhnung gar nicht so leicht. "Vor allem, wenn der Ball Richtung Außenlinie rollt - und man will den vorher noch erwischen", sagt Franz Mann aus Köln, mit 75 Jahren einer der ältesten Spieler des Turniers. "Dann verfällt man automatisch ins Rennen." Und anstrengend ist das Ganze auch noch: "Obwohl man ja nicht rennt. Aber nach ner halbe Stunde schwitzt man so richtig."
Wenn ich morgen aufstehe, fühle ich mich erst mal zehn Jahre älter. Michael Scherb (74), Spieler beim SC West-Köln
Michael Scherb habe jahrelang "mormalen" Fußball gespielt - auf Kosten der Gesundheit. Das Ergebnis: Knorpelschäden in den Knien, angerissener Meniskus. Aber ohne Fußball kann der 74-Jährige eben auch nicht: "Ich habe einfach Spaß an der Bewegung", so der Kölner. "Aber nach so einem Turnier brauche ich zwei Tage, bis ich wieder in die Gänge komme."
Weniger Schmerzen, mehr Lebensqualität
Kein seltener Anblick - Spieler mit Knieproblemen
Aus sportmedizinischer Sicht ist der Walking Football für bestimmte Gruppen besonders gut geeignet: Menschen, die ein paar Kilo zu viel mit sich herumschleppen, oder andere, die schon jetzt unter Gelenkproblemen leiden. "Viele konnten wegen des ständigen Stop and Go nicht mehr spielen", sagt Marc Fischbacher, Chefarzt in der Sportorthopädie des St. Vinzenz Krankenhauses in Düsseldorf. "Die gewinnen durch diesen Sport eine Menge Lebensqualität zurück."
Der Sieger kommt aus dem Kreis Wesel
So sehen Sieger aus: Der SV Spellen gewinnt das Walking-Football-Turnier
Gewonnen hat am Ende das Team des SV Spellen, und zwar ohne Niederlage. "Wir hatten zum Glück genug Auswechselspieler dabei", so Spieler Marc Hofmeister. "Man darf das nicht unterschätzen. Walking Football ist echt anstrengend." Auch, wenn nicht gerannt wird.
Walking Football - Fußball, der die Knochen schont
WDR. 09.06.2026. 02:32 Min.. Verfügbar bis 09.06.2028.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- Interview mit Marc Fischbacher, St. Vinzenz Krankenhaus Düsseldorf
Sendung: wdr.de, Walking Football-Turnier in Neuss, 06.06.2026, 15:38 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 09.06.2026, 19:30 Uhr