Vorwürfe gegen Polizei-Führungskräfte in Mönchengladbach

Aktuelle Stunde 25.04.2026 30:42 Min. Verfügbar bis 25.04.2028 WDR Von Christian Zens

Suspendierung Schwere Vorwürfe gegen Polizisten in Mönchengladbach

Stand:

In Mönchengladbach sind drei Führungskräfte der Polizei nach schweren Vorwürfen suspendiert worden. Die Polizei Aachen ermittelt.

Von Iman Uysal/ Oliver Scheel

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Bei der Polizei Mönchengladbach sorgen schwere Vorwürfe gegen drei Führungskräfte für Aufsehen. Die Beamten sollen sich unter anderem durch Mobbing, sexualisierte Sprache sowie grenzüberschreitendes Führungs- und Umgangsverhalten schuldig gemacht haben.

Drei Beamte der Polizei Mönchengladbach nicht mehr im Dienst

Nach Angaben der Behörde sei den drei Führungskräften vorläufig untersagt worden, ihre Dienstgeschäfte weiterzuführen. Polizeipräsident Stephan Zenker habe in der vergangenen Woche nach Bekanntwerden der Vorwürfe umgehend disziplinarrechtliche und organisatorische Maßnahmen eingeleitet.

Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen, sitzt bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung des NRW Verfassungsschutzberichts 2025 auf dem Podium.

Herbert Reul (CDU), NRW-Innenminister

"Die Vorwürfe wiegen schwer und werden geprüft. Die Behördenleitung hat das Problem erkannt und direkt Maßnahmen ergriffen. Jetzt muss der Vorgang sorgfältig aufbereitet werden. Wer sich daneben benimmt, muss Konsequenzen spüren. Gleichzeitig darf es keine Vorverurteilung geben", kommentierte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) den Vorfall.

Ich erwarte von allen Polizeibeamtinnen und -beamten jederzeit ein tadelloses Verhalten - auf der Straße wie auch auf der Wache. Polizei muss ein Ort sein, an dem Respekt, Integrität und Vertrauen gelebt werden. Dafür tragen alle Verantwortung – insbesondere Führungskräfte. NRW-Innenminister Herbert Reul

Polizei Mönchengladbach: Dienstgruppe umstrukturiert

Die betroffene 18-köpfige Dienstgruppe sei infolge intern neu organisiert worden. Von einer Auflösung ist nach Angaben der Polizei nicht die Rede. „Die Maßnahme dient dem Schutz der Beschäftigten und soll sicherstellen, dass der Dienstbetrieb aufrechterhalten wird“, so die Polizei.

Der Eingang zum Polizeipräsidium Mönchengladbach: ein hohes Glasfoyer mit zwei orangen Säulen in einem mit schwarzen und weißen Platten verkleideten Flachbau, davor eine Stele mit dem Logo der Polizei.

Der Eingang zum Polizeipräsidium Mönchengladbach

Neben den drei Führungskräften soll es auch Vorwürfe gegen weitere Beamte geben. Berichte über sechs weitere betroffene Beamte bestätigte die Behörde nicht. Diese Beschäftigten seien bislang noch im Dienst.

Polizei Aachen übernimmt die Ermittlungen

Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach hat die Vorwürfe geprüft. Dabei habe sich ein Anfangsverdacht bestätigt. Deshalb wurden die Ermitlungen aus Neutralitätsgründen an die Poizei Aachen weiter gegeben. Aktuell laufen noch Befragungen, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Diese könnten noch Wochen dauern.

NRW-Innenministerium über Vorwürfe gegen Polizei Mönchengladbach informiert

Auch das Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen sei über die Vorgänge informiert worden. „Wir nehmen die Vorwürfe ernst und da gehört für uns auch dazu, dass wir das Innenministerium in Kenntnis setzen“, erklärt die Polizei.

Schwere Vorwürfe gegen Polizeibeamte

WDR 27.04.2026 00:32 Min. Verfügbar bis 26.04.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Polizei Mönchengladbach
  • NRW-Innenministerium
  • Staatsanwaltschaft Mönchengladbach

Sendung: WDR.de, Schwere Vorwürfe gegen Polizeibeamte, 27.04.2026, 14.45 Uhr

Kommentare zum Thema

8 Kommentare

  • 8 Rosenbaum Eveline 28.04.2026, 08:17 Uhr

    Mobbing ist nicht nur in Mönchengladbach sondern auch in Bochum bei der Reiterstaffel üblich. Die Beschwerden werden einfach ignoriert.

    Antworten (1)
    • WDR.de 28.04.2026, 10:27 Uhr

      Liebe Eveline Rosenbaum, diesen Vorwurf können wir so natürlich nicht einfach stehen lassen, werden aber recherchieren und es überprüfen. Melden Sie sich dazu doch gerne per Mail bei uns: News@wdr.de

  • 7 Anny 27.04.2026, 16:02 Uhr

    Ganz klar, wir brauchen die Polizei. Und Sie soll selber - Intern - auch Vorbild sein, respektvoll, vertrauensvoll und integer. Und so lange es keine Beweise gibt, gilt die Unschuldvermutung. Allerdings gibt es immer wieder Anschuldigungen und Verdachtsfälle von Rassismus, Sexuellen Übergriffen und Willkürlicher Gewalt durch Polizeimitarbeiter (Siehe Beiträge ARD Mediathek), die dann aber ganz schnell eingestellt werden, oder wo sogar die "Opfer" zu Tägtern gemacht werden (plötzlich erhalten Sie selbst eine Anzeige wegen "Wiederstand gegen die Staatsgewalt"). In Anderen Ländern gibt es deshalb Extra Externe - wirklich unabhängige - Anlaufstellen (mit Extra Polizei, Staatsanwälten und Psychologen), wo Betroffene gegen die Polizei (unbefangen / sicher) Anzeige erstatten können (Siehe Link): https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/publikationen/detail/unabhaengige-polizeibeschwerdestellen Deutschland braucht das auch, für eine echte neutrale, objektive & gerechte Aufklärung!

  • 6 Jutta 27.04.2026, 14:54 Uhr

    Kennen Sie schon die Berufsfeuerwehr Mönchengladbach....wenn nicht, wenden Sie sich an Polizei und Ordnungsamt......

  • 5 Kerstin 26.04.2026, 06:55 Uhr

    Im Polizeipräsidium Düsseldorf genau das Gleiche. So viele, die gemobbt werden.

    Antworten (2)
    • Samuel 26.04.2026, 23:16 Uhr

      Vor allem werden die Anwärter gemobbt und die Kollegen sagen nicht aus weil man muss ja zusammen halten und jeder hat Angst was schlechtes über seinen Vorgesetzten zu sagen.

    • Schlaumeier 27.04.2026, 16:57 Uhr

      Da hast du Recht. Vor allem werden die Anwärter gemobbt. Leider traut sich keiner was sagen damit er nicht der Nächste ist und wegen der Beurteilung die einem das Genick brechen kann.

  • 4 Andre Schäfer 25.04.2026, 18:55 Uhr

    Und was soll man darüber jetzt diskutieren? Die Beschreibung der Vorwürfe ist vage, die Betroffenen, sowohl die "Opfer" wie auch die Täter sind nicht zu Wort gekommen. Da gibt es eigentlich nichts dran zu diskutieren. Wenn da wirklich was war, bin ich mir sicher, Polizeipräsidium und Innenministerium werden das aufklären und entsprechend handeln. Ich bin kein Freund unserer Landesregierung. Aber eines hat sich für mich in den letzten Jahren heraus kristallisiert: Minister Reul hat die nötige Ahnung von seinem Job und nimmt diesen auch ernst. Wenn ich auch auf Wüst und Co keinen Pfifferling gebe, Reul genießt mein uneingeschränktes Vertrauen.

    Antworten (2)
    • Vsr3000 25.04.2026, 19:53 Uhr

      Bin ganz Deiner Meinung. Habe den gleichen Eindruck von Herrn Reul. Einer der wenigen in unserer Politik der seinen Job ernst nimmt, nicht quatscht, sondern handelt.

    • Der mordin 25.04.2026, 20:39 Uhr

      Reul ist gut. Aber uneingeschränktes vertrauen? Dann kannst Du auch ein Auto Händler vertrauen 😜

  • 3 Franziska 1 25.04.2026, 17:01 Uhr

    Diese Vorwürfe müssen Hand und Fuß haben und man hat sie ernst zu nehmen. Schließlich hat die Polizei eine große Verantwortung mit Eid geschworen. Von Polizisten wird erwartet, dass sie eine Vorbildrolle leben in ihren Job. Ein tadelloses Verhalten wird erwartet bei der Polizei im Team und für den Innen- und Außendienst. Es sollen sich um Polizei- Führungskräfte handeln, zwischen 20 und 40 Jahre alt? Wobei mir das Alter um die 20 Jahre viel zu früh erscheint, dass sie als Führungskräfte bei der Polizei schon eingesetzt werden. Eine Aufklärung wird zeigen, was für Konsequenzen folgen müssen. Jedoch so nebenbei gesagt: Sind alle Menschen egal in welchen Beruf fehlerlos und sauber? Es wird anscheinend nicht rechtzeitig hingeschaut, dass ist auch ein Fehler bei einem Verhaltens- Vergehen.

    Antworten (1)
    • ich bins 26.04.2026, 07:34 Uhr

      Stimmt die Polizisten haben einen EID geschworen, aber haben die Minister und der Bundeskanzler das nicht auch ? Wenn ich mir ansehe was vor der Wahl gesagt wurde und wie nach der Wahl gehandelt wird incl. Gedächnisverluste, dann aber Bücher schreiben über das Leben, weiss ich nicht was so ein EID noch für eine Relevanz hat.

  • 2 Hugo 25.04.2026, 16:35 Uhr

    „Sollten die Vorwürfe strafrechtlich relevant sein“ (Zitat Ende). Falls es sich tatsächlich um Mobbing (landläufig so bezeichnet) handelt, ist hier definitiv eine Straftat gegeben. Leider nur sehr schwer nachvollziehbar und belegbar. Im Regelfall wird vom Gericht die Benennung von Datum, Ort, Uhrzeit und Zeugen gefordert. Einzelfälle reichen nicht aus. Die Gerichte möchten gerne ein ganzes „Mobbingtagebuch“ haben. Sehr schwierig das ganze, weil man das als Betroffene Person oft erst in der Gerichtsverhandlung erfährt

    Antworten (1)
    • Der Denker 26.04.2026, 05:47 Uhr

      Das stimmt. Die Polizei ist nicht die einzige NRW-Behörde, bei der das so ist. Das gibt es auch in anderen Behörden, ich weiß das aus eigener Erfahrung. Ich bin betroffen. Auf meine Intervention hin wurde die betreffende Person ins Ministerium einbestellt und zurechtgewiesen. Mehr ist nicht passiert.

  • 1 Konrad 25.04.2026, 16:27 Uhr

    "Mitdiskutieren", können darüber doch eigentlich nur jene Personen, die mit diesen Interna betraut bzw. davon konkret betroffen sind. Ob diese sich ausgerechnet hier dazu äußern werden (es gilt die Unschuldsvermutung), wage ich stark zu bezweifeln.

    Antworten (1)
    • Franziska 1 25.04.2026, 20:04 Uhr

      Gut, dass Sie auf Interna hinweisen. Ich hatte darüber auch schon überlegt, ob diese Information ohne Diskussion -Möglichkeit im Forum nicht besser gewesen wäre. Es gibt Menschen die haben krampfhaft pauschal was gegen die Polizei. Bin gespannt, ob sie sich hier zurückhalten werden.

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