Offenbar keine Bodenbelastung im Tagebau Garzweiler
04.07.2025. 02:39 Min.. Verfügbar bis 04.07.2026.
Lange Holzstege, Segelbote, kleine Strände, Cafes und Restaurants. Aus dem Tagebau Garzweiler soll ein riesiger See werden. Einer der größten Seen Deutschlands. Dazu soll der Tagebau ab 2036 mit Wasser aus dem Rhein geflutet werden. Frühestens 2070 wird der See dann ganz gefüllt sein.
Wassertransportleitung vom Dormagen bis Garzweiler
2000 Rohre für die Rheinwassertrasse lagern bereits auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände
Der Energiekonzern RWE plant eine Wassertransportleitung, die Wasser aus dem Rhein bei Dormagen bis in den Tagebau Garzweiler bringen soll. 18 Kubikmeter Wasser pro Sekunde sollen durch diese Leitung schießen. Ursprünglich sollte der Bau schon 2024 beginnen, doch der Start verzögert sich immer wieder. Das Ergebnis des finalen Genehmigungsverfahrens für den Bau steht noch aus. Schon jetzt lagern dafür rund 2000 Rohre auf dem Gelände des stillgelegten Braunkohlekraftwerks Grevenbroich-Neurath. RWE plant Ende des Jahres mit dem Bau beginnen zu können.
Streit um Qualität des Rheinwassers
Aktuell will RWE das Wasser ohne zusätzliche Filterung in den Tagebau leiten. Daran gibt es Kritik. Der BUND gibt zu bedenken, dass das Rheinwasser durch Industrie, Landwirtschaft, aber auch Haushalte mit Arzneimittelrückständen, Mikroplastik und der krebserregenden Substanz PFAS belastet ist. Der Naturschutzverband fordert eine zusätzliche Filterung des Wassers. Der Betreiber RWE hält die Qualität des Wassers für ausreichend und beruft sich dabei auf ein Gutachten.
Rheinwasser nicht nur im See
So soll Garzweiler in Zukunft aussehen
Bisher wird Grundwasser aus dem Tagebau abgepumpt und dann durch Infiltrationsanlagen wieder dem Grundwasser zugeführt, um den Grundwasserstand in der Region stabil zu halten. Auch dafür soll in Zukunft Wasser aus dem Rhein genutzt werden. Das Seewasser und insbesondere das Wasser aus den Infiltrationsanlage werden sich so über weite Teile des Niederrheins im Grundwasser verbreiten. Dieses Wasser wird auch für die Trinkwassergewinnung genutzt. Sowohl der BUND als auch der Erftverband und die Stadt Mönchengladbach bemängeln auch hier die Qualität des Wassers und fordern, dass RWE im Vorfeld filtert.
Angst vor Folgekosten
RWE ist als Betreiber in der Pflicht die Renaturierung des Tagebaus zu finanzieren. Der Konzern muss bis zum Abschluss der Maßnahmen für mögliche Schäden aufkommen. Dafür wurden Rückstellungen eingerichtet. Von RWE heißt es, dass man so seiner Verantwortung nachkomme. Die benachbarten Kommunen befürchten, dass sie die Kosten nach der Renaturierung oder im Fall einer Insolvenz des Energieversogers tragen müssen. Sie fordern eine generationenübergreifende Lösung. Beispielswiese eine Stiftung, die einen Fond einrichtet.
Unsere Quellen:
- Erftverband
- RWE
- BUND
- Stadt Mönchengladbach
- Rheinwassergütebericht 2023
Über diese Themen diskutieren wir am Samstag (05.07.2025) im Lokalzeit Stadtgespräch auf WDR 5. Diskutieren Sie mit. Ab 13 Uhr auf dem Marktplatz in Jüchen.