Gespinstmotte webt Bäume und Sträucher ein
01:00 Min.. Verfügbar bis 01.06.2028.
In Krefeld und anderen Orten am Niederrhein sorgen derzeit weiß eingesponnene und kahl gefressene Bäume für Aufsehen. Verantwortlich sind die Raupen der Gespinstmotte, die sich bei mildem Winter und trocken-warmem Frühjahr besonders stark vermehren können.
Gespinstmotte ist völlig ungefährlich
Die Tiere überziehen Äste, Sträucher und teils ganze Bäume mit einem dichten, silbrig-weißen Gespinst. Darin leben die Raupen geschützt vor Feinden und Regen und fressen das Blattwerk ihrer Wirtspflanzen oft innerhalb weniger Wochen vollständig ab.
Im Gegensatz zum Eichenprozessionsspinner ist die Gespinstmotte vollkommen ungefährlich.
Julia Stratmann, BUND
Zur Zeit häufen sich die Anrufe besorgter Anwohner bei den Ämtern am Niederrhein, beispielsweise in Grefrath und Krefeld, weil viele Menschen das Werk der Gespinstmotte mit dem des Eichenprozessionsspinners verwechseln.
Julia Stratmann vom BUND.
Doch trotz ihres spektakulären Erscheinungsbildes ist die Gespinstmotte für Menschen nicht bedrohlich. Auch haben die Gespinste nichts mit dem Eichenprozessionsspinner zu tun, dessen Raupen gesundheitliche Beschwerden auslösen können. Der Eichenprozessionsspinner besiedelt ausschließlich Eichen und spinnt die Bäume niemals ein.
Betroffene Gehölze wie Traubenkirschen, Pfaffenhütchen oder Weißdorn erholen sich in der Regel schnell. Nach dem Kahlfraß treiben sie meist noch im selben Jahr erneut aus, sodass der Befall schon nach wenigen Wochen kaum noch zu erkennen ist.
Die Gespinste der Gespinstmotte wirken zunächst bedrohlich.
Bis Mitte Juni fressen die Raupen, anschließend verpuppen sie sich. Anfang Juli schlüpfen die weiß-schwarz gepunkteten Falter. Mit der Eiablage im Sommer beginnt der Lebenszyklus der Gespinstmotte von Neuem.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter vor Ort
- Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Julia Stratmann
- Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU)
- Stadt Krefeld
- Stadt Grefrath
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 01.06.2026, 18:09 Uhr
