Situation für Schweinehalter immer schwieriger
WDR. 02:40 Min.. Verfügbar bis 11.03.2037.
Obwohl die WM und und damit auch die Grillsaison im vollen Gange sind, bekommen viele Schweinehalter gerade weniger Geld als gewöhnlich für ihr Fleisch. Und das ist eins der Topthemen des Treffens der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) in der Halle Münsterland.
Viele Gründe für niedrige Erzeugerpreise
Mathias Klahsen hält einen Vortrag auf der Mitgleiderversammlung der ISN.
Die Gründe dafür sind vielfältig. Jeder Dritte Betrieb musste in den letzten zehn Jahren aufgeben. Hinzu kommt: Die Deutschen essen weniger Fleisch. Aber auch der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Spanien im vergangenen Jahr spielt eine Rolle. Das sagt Mathias Klahsen von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Er hält bei der Veranstaltung der ISN in Münster einen Vortrag über den Schweinemarkt.
"Sofort wurden in Spanien wichtigste Exportmärkte geschlossen. Nach dem europäischen Recht wurde das Fleisch dann am EU-Binnenmarkt vermarktet." Mathias Klahsen, Landwirtschaftskammer Niedersachsen
Damit erhöhte sich auch der Druck auf den deutschen Markt - die Preise für Schweinefleisch fielen.
Frist bis 2029
Hinzu kommen steigende Kosten für viele Landwirte. Grund dafür ist die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Sie besagt unter anderem, dass Sauen im Deckstand nicht mehr dauerhaft fixiert werden dürfen, sondern sich frei bewegen sollen.
Deshalb müssen viele Sauenhalter bis 2029 umbauen. Für viele Landwirte ist das ein ungünstiger Zeitpunkt: Niedrige Preise, hohe Investitionen.
Umbau für bis zu 60.000 Euro
Auch Sauenhalter Thomas Ostendorf aus Ochtrup muss seinen Deckstand umbauen. Ein neuer Boden und ein neues Dach müssen her. Ihn wird das vermutlich bis zu 60.000 Euro kosten, schätzt der Landwirt. Damit bezahle er noch relativ wenig - seine Kollegen müssten teilweise mit sechsstelligen Summen rechnen.
"Die Preise haben wir an der Stelle nicht in der Hand. Da müssen wir versuchen, mit umzugehen und zu leben." Thomas Ostendorf, Sauenhalter aus Ochtrup
Landwirt Thomas Ostendorf hat einen Sauenbetrieb in Ochtrup.
Vorsichtige Zuversicht
Immerhin: China überlegt nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vor sechs Jahren, den Import von deutschen Schweinen wieder zuzulassen. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hörte entsprechende Signale bei seinem Besuch des chinesischen Landwirtschaftsministers.
Er will die deutschen Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung prüfen lassen. Ein Hoffnungsschimmer für die Schweinhalter.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Mathias Klahsen, Landwirtschaftskammer Niedersachsen
- Gespräch mit Landwirt Thomas Ostendorf
- Pressemitteilung der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands
Sendung: WDR 2 Münsterland, Lokalzeit, 22.06.2026, 11.31 Uhr.