Schwimmen, Springen, Sonnenbaden: Sommer am Dortmund-Ems-Kanal
WDR. 02:24 Min.. Verfügbar bis 26.05.2028.
Das schöne Wetter zieht nicht nur Menschen in die Freibäder und an die Seen im Münsterland - auch an den Flüssen und Kanälen tummeln sich Schwimmer und Sonnenanbeter. Aber gerade an den künstlichen Wasserstraßen gibt es unsichtbare Gefahren.
Vorsicht, Frachtschiffe
Weil auf dem Dortmund-Ems-Kanal in Münster jeden Tag rund 60 große Frachtschiffe unterwegs sind, ist das Schwimmen hier eigentlich verboten, wird von der Wasserschutzpolizei aber geduldet.
"Aus der Perspektive der Schiffe ist es immer schwierig durch Münster zu fahren, wenn ganz viele Badegäste im Wasser sind. Für die ist das Stress pur, an warmen Tagen durch Münster." Marc Englbrecht, Wasserschutzpolizei Münster
Schwimmen geduldet, aber nicht erlaubt
Marc Englbrecht von der Wasserschutzpolizei an seinem Einsatzboot am Kanal.
"Das ist hier eine Bundeswasserstraße, also letztendlich eine Autobahn auf dem Wasser, und die Schiffe haben absoluten Vorrang", sagt Marc Englbrecht von der Wasserschutzpolizei Münster.
Die Polizei setze darauf, dass Schwimmer sich von vorbeifahrenden Schiffen fern halten. "Da kommt es häufig zu ganz gefährlichen Situationen. Deswegen appellieren wir an die Bürger, Rücksicht auf die Schiffe zu nehmen."
Vorsicht Kaltes Wasser
Carsten Lehmannvon der DLRG Münster warnt unter anderem vor der kalten Temperatur des Dortmund-Ems-Kanals
Auch die DLRG warnt immer wieder vor dem Baden im Dortmund-Ems-Kanal. Auch aus einem ganz anderen Grund. Denn auch an heißen Tagen, kann das Wasser im Kanal stellenweise sehr kalt sein, sagt Carsten Lehmann, stellvertretende Bezirksleitung der DLRG Münster.
"Der Körper passt sich an die warme Lufttemperatur an. Der Kontrast zum kalten Wasser ist dann deutlich höher, und dementsprechend ist das Herz-Kreislauf-System sofort überlastet." Carsten Lehmann, DLRG Münster
Vorsicht: Schrott im Dortmund-Ems-Kanal
Ebenfalls sehr gefährlich kann das Springen vom Rand und, besonders von Brücken sein, da die Wassertiefe oft nicht erkannt und eingeschätzt werden kann. Gerade von Brücken werden oft alte Fahrräder, E-Scooter oder anderer Schrott geworfen.
Hinzu kommen Gegenstände, die unter der Wasseroberfläche treiben. Zu sehen sind die jedoch oft nicht. Risiken, die das Brückenspringen so gefährlich machen.
Darum kontrolliert die Polizei an Brücken auch strenger - unter anderem mit Zivilstreifen, sagt Polizist Englbrecht: "Es ist verboten. Es wird mit 55 Euro geahndet. Wenn wir jemanden erwischen, wie er von der Brücke springt, dann bekommt derjenige ein Ordnungswidrigkeitenanzeige."
Unsere Quellen:
- WDR Gespräch mit der Bezirksleitung DLRG Münster
- WDR Gespräch mit der Wasserschutzpolizei Münster
- Gespräche mit Badenden vor Ort
- Eindrücke des Reporters vor Ort
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 26.05.2026, 19.30 Uhr
Erstveröffentlichung des Artikels am 26.05.2026