Felix Adrian Schäper weist vor dem Interview den Weg: "Wir sind im Innenhof, da packen wir unseren Bus." Noch ist der Vorsitzende des Vereins Trans*-Inter*-Münster allein mit den Vorbereitungen. Flyer einpacken, Giveaways in Kisten packen, Schmuck für den Infostand herauslegen.
Er holt zwei Info-Flyer hervor. Sie fordern Opfer queerfeindlicher Straftaten auf, Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Gibt es davon so viele? "In Münster ist unsere Situation eigentlich gut", betont Schäper - der gewaltsame Tod des Transmannes Malte C. beim Christopher Street Day 2022 sei aber noch immer präsent.
Gewalt gegen queere Menschen: NRW-Zahlen sind alarmierend
Felix Schäper vom "Verein Trans*-Inter* Münster" sieht die Situation für queere Menschen in Münster zwiespältig.
Als queer bezeichnen sich nicht heterosexuelle Menschen, intergeschlechtliche Personengruppen und Menschen mit dem Geschlechtseintrag divers oder transident. Straftaten gegen diese Personen erfasst das Landeskriminalamt NRW als Straftaten gegen die sexuelle Orientierung und gegen geschlechtsbezogene Diversität.
Auf Landesebene sind die Zahlen alarmierend. 2022 lag die Zahl der queerfeindlichen Gewalttaten in Nordrhein-Westfalen noch bei 86. Laut Landeskriminalamt ist die Zahl deutlich gestiegen: auf 284 im vergangenen Jahr. Es ist unklar, ob der Anstieg an der Zunahme der Gewalt oder an der höheren Bereitschaft, derartige Taten anzuzeigen, liegt.
Aktionstag in Münster um einen Tag vorgezogen
So oder so: Schäper und sein Verein wollen gegen Hasskriminalität beim Aktionstag gegen queerfeindliche Gewalt ein Zeichen setzen. In Münster haben die Organisatoren die Veranstaltungen um einen Tag vorgezogen. Normalerweise ist der 17. Mai der "IDAHOBITA" (International Day Against Homophobia, Biphobia, Interphobia and Transphobia).
Es ist der Tag, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1990 Homosexualität nicht mehr als Krankheit definiert hat. Schäper erklärt die Verlegung in Münster:
"Sonntags ist doch in der Stadt nichts los. Wer soll uns da sehen?" Felix Adrian Schäper, Trans*-Inter*-Münster e.V.
Rund um die Stubengasse in Münsters Innenstadt bauen Vereine, Beratungsstellen und medizinische Anlaufstellen Stände auf. Zwischen 10 und 16 Uhr soll es Redebeiträge und Musik geben - und die Möglichkeit, sich entlang der Infomeile unter dem Motto "Vielfalt sichtbar machen. Gemeinsam für Respekt." persönlich auszutauschen.
Unsere Quellen:
- Landeskriminalamt NRW
- Gespräch mit Felix Adrian Schäper
Sendung: WDR 2, Lokalzeit, 15.05.2026, 16:31 Uhr
Hinweis der Redaktion, 16. Mai 2026 um 11.30 Uhr:
In einer früheren Version des Textes hatten wir fälschlicherweise geschrieben, dass der Internationale Tag gegen queerfeindliche Gewalt heute sei. Tatsächlich ist der Internationale Tag am 17. Mai. Wir haben den Beitrag entsprechend korrigiert.
https://deals-line.online/korrekturen-100.html%3C/p%3E