Anklage gegen Unfallfahrer von Hürth

Der Unfallwagen in Hürth

Tödlicher Unfall in Hürth Zeuginnen schildern Horror nach Todesfahrt

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Zeuginnen haben nach dem tödlichen Autounfall in Hürth vor Gericht ausgesagt. Auch am zweiten Prozesstag wurde es emotional.

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Markus Schmitz

Zweiter Prozesstag im Verfahren um den tödlichen Unfall in Hürth: Am Donnerstag steht vor dem Kölner Landgericht vor allem die emotionale Belastung der Zeuginnen im Mittelpunkt. Eine Schulbegleiterin und zwei Lehrerinnen schildern vor Gericht übereinstimmend, wie sich die Ereignisse vom 4. Juni 2025 für sie bis heute als traumatisches Ereignis festgesetzt haben.

Zuerst beschreibt die Schulbegleiterin, wie die Gruppe am Unfalltag bei Grün die Straße überqueren wollte, als es plötzlich zum Aufprall kam. Mehrfach muss sie ihre Aussagen dabei unterbrechen. Der Wagen habe die zehnjährige Avin und den 25-jährigen Schulbegleiter Luis Paulo "wie ein Geschoss" erfasst.

Kölner Landgericht: Schulbegleiterin beschreibt Horror-Moment

In der Folge hätten Helfer sofort versucht, das Kind zu reanimieren, während ein zufällig anwesender Mann mit medizinischer Ausbildung die Herzdruckmassage übernommen habe.

Bis heute, so die Zeugin, gebe es "keine Worte" für das Geschehen.

Lehrerin wartet nach Unfall in Hürth auf therapeutische Hilfe

Auch zwei Lehrerinnen, die den Unfall unmittelbar miterlebt haben, berichten von anhaltenden psychischen Belastungen. Eine von ihnen sagt vor dem Kölner Landgericht aus, dass sie seither nicht mehr durchschlafen könne und auf therapeutische Hilfe warte. Beide Frauen beschreiben weiter, dass sie immer wieder an die getöteten Kinder denken müssen und das Erlebte ihren Alltag dauerhaft verändert habe.

Bereits am ersten Prozesstag war der Angeklagte selbst emotional in Erscheinung getreten. Der 20-Jährige hatte eingeräumt, einen "fürchterlichen Unfall" verursacht zu haben, und sich unter Tränen bei den Angehörigen entschuldigt. Während die Mutter der getöteten Avin die Entschuldigung nicht annehmen konnte, verzichteten die Eltern von Luis Paulo bewusst darauf, die Worte des Angeklagten anzuhören.

Offene Fragen zu genauem Ablauf an der Ampel in Hürth

Im Zentrum des Verfahrens steht weiterhin die Frage nach dem genauen Ablauf an der Ampel in Hürth. Der Angeklagte schildert, er sei bei Gelblicht in die Kreuzung eingefahren. Ein Sachverständiger kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass die Ampel bereits mehrere Sekunden Rot gezeigt habe, bevor der Wagen die Schulgruppe erfasste. Der Verteidiger spricht von offenen Widersprüchen und verweist auf mögliche neue Erkenntnisse zur technischen Auswertung der Ampelschaltung.

Der Unfall vom 4. Juni 2025 hatte sich am frühen Mittag ereignet, als eine Schülergruppe bei Grün eine Straße überquerte. Der silberfarbene BMW erfasste dabei die Kinder und Begleitpersonen. Avin und Luis Paulo starben später im Krankenhaus, weitere Kinder wurden verletzt und leiden bis heute unter den psychischen Folgen.

Für die Angehörigen bleibt der Prozess eine dauerhafte Konfrontation mit dem Verlust. Die Familie von Luis Paulo engagiert sich inzwischen mit einer Stiftung für Verkehrssicherheit und Unterstützung von Kindern. Auch die Entscheidung zur Organspende nach dem Unfall hat den Fall über den Gerichtssaal hinaus geprägt und mehreren Menschen neues Leben ermöglicht.

Hürther Todesfahrt: Zeuginnen sagen bei Prozess aus

WDR 21.05.2026 00:44 Min. Verfügbar bis 20.05.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
  • Landgericht Köln

Sendung: WDR 2 Rheinland, Lokalzeit, 21.05.2026, 13:31 Uhr

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