Hooligans beim Abbrennen von Bengalo-Fackeln

Archivbild mit Länderspielfans

Schlägereien unter vermeintlichen Fußballfans: Wie die Gewalt zunimmt

Stand:

Immer wieder kommt es unter vermeintlichen Fußballfans zu Gewalt. Zuletzt in Köln. Die Polizei bemerkt eine Zunahme der Fälle.

Anfang November treffen sich im Kölner Hauptbahnhof Fans von Borussia Dortmund und Schalke 04 und prügeln aufeinander ein. Vorfälle wie diese gibt es immer wieder, meist allerdings außerhalb der Fußballstadien. In den Arenen selbst ist es deutlich sicherer geworden.

Hooligan-Schlägerei im Kölner Hauptbahnhof

WDR Studios NRW 01.11.2025 00:28 Min. Verfügbar bis 10.11.2027 WDR Online

Trotzdem ist die Polizei besorgt. Unlängst erklärten die Polizeipräsidenten von Dortmund und Gelsenkirchen in einer gemeinsamen Erklärung: "Wir nehmen zur Kenntnis, dass sich die Spirale der Gewalt in und um die Stadien der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga seit einigen Monaten immer schneller dreht."

Hooliganszene weiterhin Problem

Ein großes Problem ist aus Sicht der Polizei die Hooliganszene. Anhänger dieser Szene würden sich meist fernab von Fußballspielen treffen, sagen die Polizeipräsidenten von Dortmund und Gelsenkirchen:

Immer wieder scheinen sich vermeintliche 'Fans' aktiv zu verabreden, um sich gegenseitig brutal zu attackieren. Das geschieht häufig abseits der Stadien. Polizeipräsidenten von Dortmund und Gelsenkirchen

Diese Szene habe sich zuletzt verändert, beschreibt der Fanforscher Professor Dr. Harald Lange. Durch Projekte von DFB und DFL wurde die Gewalt aus den Stadien gedrängt, aber das hat das Problem nicht gelöst. "Das hat sich in den letzten 20 Jahren in die Kampfsportszene verlagert. Die treffen sich und machen daraus einen Sport, wer die andere Mannschaft zuerst verprügelt."

Verabredungen teils über soziale Netzwerke

Screenshot aus Telegramgruppe: Hooligans tauschen sich über Kampf aus

Screenshot aus Telegramgruppe: Hooligans tauschen sich über Kampf aus

Anhänger dieser Szene tauschen sich vor allem über soziale Netzwerke aus. Dort tauschen sie Videos der Kämpfe aus, oder verabreden sich gezielt dafür. Die Polizei hat das im Blick, heißt es von den Polizeipräsidenten aus Dortmund und Gelsenkirchen:

"Diese Gewaltexzesse haben direkten Einfluss auf das Vertrauen der Polizei in die Szene und werden Konsequenzen haben. Straftaten jeglicher Art - egal von wem sie begangen werden - haben im Sport keinen Platz."

Unsere Quellen:

  • Gespräch mit Fanforscher Professor Dr. Harald Lange
  • Erklärung der Polizeipräsidenten aus Dortmund und Gelsenkirchen
  • Deutsche Presseagentur dpa

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