Nach Joggerin-Video: Petition gegen Voyeur-Aufnahmen überreicht
Aktuelle Stunde . 25.08.2025. 02:33 Min.. UT. Verfügbar bis 25.08.2027. WDR. Von Cedrik Pelka.
Nach Joggerin-Video: Petition gegen Voyeur-Aufnahmen überreicht
Stand:
Die Kölner Joggerin Yanni Gentsch hat eine Petition gegen Voyeur-Aufnahmen an NRW-Justizminister Benjamin Limbach übergeben. Mehr als 100.000 Menschen unterstützten die Petition.
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Jetzt mitdiskutierenBei der Übergabe der Petition in Düsseldorf bedankte sich NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) bei Yanni Gentsch dafür, dass sie ihren Fall öffentlich gemacht und so eine "breite gesellschaftliche Debatte" ausgelöst habe.
Der Auslöser für die Petition war ein Vorfall im Februar 2025: Gentsch bemerkte, wie sie beim Joggen von hinten von einem Fahrradfahrer gefilmt wird. Sie vermutete, der Mann habe bewusst ihren Po gefilmt und stellte ihn zur Rede.
Sie filmte die Konfrontation, forderte den Mann auf, das Video von ihr zu löschen. Der unkenntlich gemachte Mann fragte sie, warum sie denn so eine Hose anziehe. Ihre Antwort: weil sie laufen gehe.
Die Joggerin stellte das Video anschließend ins Netz. Es erhielt über 16 Millionen Aufrufe auf ihrem Instagram-Account.
Aufnahme nicht strafbar
Gentsch wollte den Mann eigenen Angaben nach bei der Polizei anzeigen. Laut Gesetz ist das bislang nur strafbar, wenn etwa nackte Haut zu sehen ist oder unter der Kleidung gefilmt wird.
Also startete sie eine Petition, in der sie die Erweiterung des Paragraphen 184k im Strafgesetzbuch fordert. "Voyeur-Aufnahmen müssen strafbar werden - egal, ob nackte Haut zu sehen ist oder nicht", so Gentsch in der Pressemitteilung von innn.it, wo die Petition veröffentlicht ist.
Seitdem sie das Video im Februar hochgeladen hat, wächst die Unterstützung, auch etwa von Autorin Tara-Louise Wittwer, Klima-Aktivistin Luisa Neubauer und Stimmen aus der Politik.
Limbach fordert Strafbarkeit
Justizminister Limbach betonte seine Unterstützung des Anliegens von Gentsch: "Unser Recht muss eine klare Grenze ziehen, wenn Körperteile in sexueller Absicht heimlich oder gegen den Willen einer Person abgefilmt oder fotografiert werden."
NRW Justizminister Benjamin Limbach (Grüne)
Das Fotografieren oder Filmen des Intimbereichs müsse strafbar sein - egal ob er verdeckt sei oder nicht. NRW werde das Thema noch am Montag zur Beratung im Strafrechtsausschuss der Justizministerkonferenz anmelden.
"Sexualisierte Belästigung ist nie harmlos"
Was ihr im Februar passiert sei, "war nicht nur ein Übergriff", sagte Yanni Gentsch bei der Pressekonferenz mit dem Justizminister. "Es war ein Symptom für tiefsitzende patriarchale Strukturen, in denen Frauenkörper zur Objektivierung missbraucht werden." Gentsch weiter: "Sexualisierte Belästigung ist nie harmlos. Sie ist kein Einzelfall, sondern der erste Schritt einer Gewaltspirale, die in ihrer extremsten Form in Femiziden endet."
"Mein Fall hat gezeigt: Eine Frau kann einen Übergriff erleben - und trotzdem steht sie am Ende so oft ohne rechtliche Handhabe da." Yanni Gentsch
Außerdem sagte sie: "Das ist und bleibt für mich unbegreiflich - und für viele andere Betroffene ist es Alltag." Deshalb müsse die Gesetzeslücke geschlossen werden - "damit unser Strafrecht Betroffene schützt und nicht Täter".
Unsere Quellen:
- Justizminister Limbach und Yanni Gentsch in Düsseldorf
- Pressemitteilung innn.it
- Petition "Voyeur-Aufnahmen strafbar machen!"
- Social Media Video von Yanni Gentsch
12 Kommentare
Kommentar 12: Der Schlauberger schreibt am 26.08.2025, 20:42 Uhr :
Nun habe ich 11 Kommentare gelesen und wollte zuerst nichts dazu bemerken. Mal Sortiert: Kommentar 5 "Audiatur et altera pars!" Wer fragt den den "Voyeur" wenn er denn überhaupt einer ist. Nicht mal der öffentlich rechtliche Rundfunk namens WDR, tut das. Nein, da wird wieder mit den Wölfen geheult. Ist es wieder soweit, dass Leute öffentlich an den Pranger gestellt werden, wenn sie mal was tun, das nicht gefällt. ? Das hatten wir doch schonmal. Danke auch an Brigitta S. in Kommentar 7. Ich würde auch Anzeige gegen Yanni Gentsch erstatten, denn sie und nur sie hat gegen § 183a StGB verstoßen, indem sie nach dem Motto "Wurst-Widerwurst" in sozialen Netzwerken öffenlich diffarmiert. Merkt das keiner. Herr Limbach ? Sie haben doch Rechtswissenschaften studiert. WDR wo sind Eure Justiziare ? Um nicht falsch verstanden zu werden. Ich will hier keine Täter/Opfer Umkehr. Sie, Frau Gentsch war wohl das Opfer eines "Gaffers" mit Kamera. Nur auch der hat Rechte, die hier von allengetreten wurden.
Antwort von Brigitta S. , geschrieben am 27.08.2025, 11:34 Uhr :
@Der Schlauberger, auch ich möchte mich bei Ihnen bedanken, für ihre Aufmerksamkeit. Genau das wollte ich hier erreichen, dass man aufmerksam wird in Bezug § 183a StGB!
Kommentar 11: Melsmann schreibt am 26.08.2025, 17:49 Uhr :
Moin! Es ist schade um den Strom, der verbraucht wurde, um den Beitrag zu drehen, zu schneiden und zu senden. Wir ganz andere Probbleme als solch eine Diskussion loszutreten.
Kommentar 10: Sara schreibt am 26.08.2025, 17:26 Uhr :
Danke für Deinen Mut Yanni! Diese rechtliche Änderung ist so überfällig und bitter nötig, danke für Deinen langen Atem und Dein Aufstehen für mehr Gerechtigkeit und Sicherheit!
Kommentar 9: K.-H. W schreibt am 26.08.2025, 16:29 Uhr :
Haben die Medien nicht anderes, zu berichten! Sie machen aus einer Mücke einen Elefanten.
Kommentar 8: Paul S. schreibt am 26.08.2025, 11:27 Uhr :
Es ist eine Schande wie sich die Minderheit der Frauen bei der Anklage über Männer sich entwickeln. Die größte Mehrzahl der Frauen verhält sich bei der Kleidung korrekt. Es kommt noch so weit, dass jeder Blick auf die Frauen verurteilt werden soll, was absurd ist. Mehr gibt es zu dem Thema nicht zu sagen, wenn Frauen verrücktspielen. Ich verbitte Euch, dass ihr mir auf den Po und weiteres schaut und was ich bei mir trage am Körper. Anzeige erfolgt, sobald ihr das Handy auf mich richtet. Mein Gott noch mal, was für eine Welt bastelt ihr euch jungen Frauen zusammen. Wie wollt ihr jemals mit Männern zurechtkommen in Zukunft. Das Gesetz regelt, nicht eure sündigen Gedanken pauschal über uns Männer, die anscheinend vorhanden sind.
Kommentar 7: Brigitta S. schreibt am 26.08.2025, 11:05 Uhr :
Ein Skandal, was über den jungen Mann liegt. Schämen sollte man sich, es kann mehr schädigen als nützen bei den Jungs. Es war nur eine dumme jugendliche Handlung und weiter ist nichts passiert. Die Medien ziehen dabei mit? Sehen wir es doch Mal sachlich, wie sich die Joggerin verhalten hat. Eine Anzeige bei der Polizei hat sie die gemacht? Lächerlich das Ganze dabei, wie sich manche Frauen nackig bekleidet im Alltag geben. Das Video löschte der Mann. Die Joggerin selbst stellte ein paar Videos vom ihm in das Netz, sein Gesicht hat sie nicht verpixelt? Vor Millionen hat sie ihn an den Pranger gestellt wegen dieser Hosen Po- Lappalie? Sie nahm sich das Verletzungs- Recht ihn „bloß ihm Netz zustellen“, während er das Video löschte. Was der junge Mann machte war nicht richtig, ihre Hetze- Art aber über ihn im TV, im Netz, da würde ich als Mutter eine Anzeige machen, wegen öffentlicher Diskriminierung. Wie soll sein Umfeld reagieren? Mit den Finger auf ihn zeigen? Tolle Strafe!
Kommentar 6: Annette schreibt am 26.08.2025, 07:58 Uhr :
Bravo Yanni! Nicht nur für den Mut, mit dem Thema an die Öffentlichkeit zu gehen, sondern auch für Ihren Mut, den Mann damit zu konfrontieren und vor allem, wie Sie es taten. Traurigerweise kann sich jede Frau mit dieser Art Situationen identifizieren, viele finden oftmals aber nicht die Courage, so zu reagieren, wie Sie es taten. Sie haben eine Stärke ausgespielt, die wir Frauen im Gegensatz zu Männern haben - wir können unsere Verletzlichkeit zeigen. Sie haben sie verbalisiert und gleichzeitig gehandelt. Das ist wirkliche Stärke, ganz im Gegensatz zum Missbrauch von körperlicher Überlegenheit, wie es Männer bei Übergriffen leider oftmals tun. Das ist keine Stärke sondern Schwäche der verachtenswerten Art.
Antwort von Paul S. , geschrieben am 26.08.2025, 15:04 Uhr :
@Annette, Sie sagen ..,Nicht nur für den Mut, mit dem Thema an die Öffentlichkeit zu gehen, sondern auch für Ihren Mut, den Mann damit zu konfrontieren und vor allem, wie Sie es taten Zitat. Das sie den jungen Mann zur Rede gestellt hat, ist für sie als einzelne Person akzeptiert. Aber wie Sie es tat, nicht. Zuerst verlangt sie das Video bei seinen Handy zu löschen und dann macht sie den gleichen Fehler und schickt ein Video über ihn ins Netz. Das ist zu verurteilen, es ist eine persönliche Verletzung öffentlich zu Millionen von Menschen, worüber ein Mensch mit Vernunft nicht darüber applaudieren kann. Bei aller Verletzlichkeit was die Frauen jetzt meinen zu haben, fair darf so ein Vergehen von ihr nicht gesehen werden. Auch wir Männer können uns wehren. Ich würde es als betroffener Vater auf jeden Fall bei dieser Frau nicht so in den Raum stehen lassen, einseitig und unfair war ihre Video- Tat ins Netz.
Kommentar 5: Anton Wilhelm Stolzing schreibt am 25.08.2025, 22:03 Uhr :
Audiatur et altera pars! Das vermisse ich in diesem peinlichen Fall. Photography is not a crime.
Antwort von Michel , geschrieben am 26.08.2025, 20:35 Uhr :
Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)
Antwort von Der Schlauberger , geschrieben am 26.08.2025, 20:43 Uhr :
Klasse
Kommentar 4: Cornelia Bauer schreibt am 25.08.2025, 20:26 Uhr :
Liebe Frau Gentsch, Sie haben alles richtig. Ich erlebe ähnliche Gaffer (Männer) fast täglich beim Schwimmen. Sie kommen nicht zur Badestelle, um sich körperlich zu betätigen, nein, sie gehen ins Wasser und bleiben gleich wieder stehen. Nur um Frauen anzuglotzen. Es ist so ekelhaft.... Viele Grüße und ganz viel Glück 🍀 Cornelia Bauer
Antwort von Brigitta S. , geschrieben am 26.08.2025, 13:29 Uhr :
Wenn Frauen die Männer nicht so beobachten, beachten, dann würden sie nicht merken, dass die Männer sich zu Gaffer nach Ihrer Meinung machen würden. Nur um Frauen anzuglotzen, wo schauen die Frauen hin, auf die korrekte Badehose oder nur ins Gesicht? Die Ansicht ist so ekelhaft wird behauptet, sein wann sind Blicke ekelhaft für Frauen wenn sie sich normal verhalten? Wer sich rekelt und mit den Körper affektiert ist selbst schuld, wenn ein Männerblick einem irritiert. Ob sie im Wasser stehen oder schwimmen darüber kann man doch darüber wegsehen. Wenn eine Frau selbst belästigt belästigt wird, dann kann man es noch verstehen. Die Frauen die sich ständig über Männer pauschal aufregen, sollten auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Bei körperlichen Angriff an einem selber, Anzeige erstatten oder anderen Frauen vor Ort helfen, die attackiert werden. Für Blicke bestraft kein Richter. Die sind genauso frei, wie die eigenen Gedanken.
Kommentar 3: Dora schreibt am 25.08.2025, 20:15 Uhr :
Auch so kommt man ins TV
Antwort von Franziska 1 , geschrieben am 26.08.2025, 19:46 Uhr :
A short answer about the story, but very good!
Kommentar 2: Schwurbler schreibt am 25.08.2025, 20:08 Uhr :
Dann stellen wir in Zukunft am besten alle Überwachungskameras in Frage, von WhoFI ganz zu schweigen. Wer kontrolliert bei den privatphäre verletzenden Sachen denn den Staat oder die NSA ?