Köln greift durch - Wasser abzapfen verboten

WDR 00:30 Min. Verfügbar bis 17.06.2028

Stadt greift durch Wasser abzapfen verboten - Kölnern droht Bußgeld

Stand:

In Köln hat es im Frühjahr viel zu wenig geregnet, die Bäche führen immer weniger Wasser. Einige sind bereits ausgetrocknet. Die Stadt Köln greift deswegen durch. Sie verbietet die Entnahme von Wasser in Bächen - und das ab jetzt jeden Sommer.

Das Verbot gilt bis zum 31. Oktober. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld rechnen. Verstöße können mit bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Wasser mit elektrischen Pumpen abzuzapfen, sei ohnehin nicht erlaubt, betont die Stadt. Die Entscheidung betrifft vor allem die etwa 900 Grundstückseigentümer, deren Gärten direkt an den Gewässern liegen.

Von dem Verbot profitieren 24 Bäche im links- und rechtsrheinischen Köln.

Bäche im Kölner Stadtgebiet

  • Duffesbach
  • Gleueler Bach
  • Pletschbach
  • Frechener Bach
  • Strunde
  • Frankenforstbach
  • Kemperbach
  • Giesbach
  • Kurtenwaldbach
  • Selbach
  • Flehbach
  • Wasserbach
  • Bruchhauser Bach
  • Faulbach
  • Butzbach
  • Scheuerbach
  • Mühlenbach
  • Hühnerbach
  • Gaulbach
  • Dünnwalder Grenzbach
  • Pohlstadtsweggraben
  • Krebsbach
  • Rosenmaarbach
  • Kupferbach

Verbot läuft in Sommermonaten bis 2030

Die Regelung vom 17. Juni ist allgemeiner gefasst: Demnach gilt das Verbot jedes Jahr vom 1. Juni bis 31. Oktober bis einschließlich 2030. Es kann aber bei veränderter Wetterlage angepasst oder widerrufen werden.

Die Stadt begründet die Maßnahme mit den fortschreitenden Auswirkungen des Klimawandels. So sei auch in Zukunft mit langanhaltenden Trocken- und Hitzeperioden zu rechnen, sodass Bäche in den Sommermonaten wenig bis kein Wasser mehr führten. Daher sieht die Stadt Köln das Verbot als verhältnismäßig an.

Kölner Bach bereits ausgetrocknet

Laut Stadt sei der Selbach auf der rechtsrheinischen Seite bereits komplett ausgetrocknet. Andere rechtsrheinische Bäche wie der Flehbach, Giesbach und Kurtenwaldbach zeigten "extrem niedrige Wasserstände".

Dass es in letzter Zeit häufiger regnete, hat nicht geholfen - denn entweder waren die Niederschläge nur kurz oder nur an bestimmten Stellen in Köln.

Lebensräume für Tiere und Pflanzen bedroht

Die Stadt betont: Wer Wasser aus Bächern entnehme, gefährde die natürliche Selbstreinigung der Gewässer. Durch die niedrigen Wasserstände sinke die Sauerstoffzufuhr, während gleichzeitig die Wassertemperatur steige.

Das führe zu einer "massiven Störung der Gewässerökologie und des Wasserhaushaltes" und schädige die Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

In Köln darf kein Wasser mehr entnommen werden

WDR 17.06.2026 00:48 Min. Verfügbar bis 16.06.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Stadt Köln

Sendung: WDR.de, In Köln darf kein Wasser mehr entnommen werden, 17.06.2026, 14.08 Uhr

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