Es ist eigentlich eine kleine Zirkus-Idylle: Das kleine blaue Zelt in der Mitte, darum viele bunte Wagen und auf der Wiese liegen die Lamas und sonnen sich. Wäre da nicht der beißende Plastikgeruch in der Luft und der große Brandfleck auf dem Gras. Dort kehren Marco Krämer - in der Manege Marco Monroe - und sein Vater Charles gerade die Reste des Feuers in der Nacht zusammen.
"Das macht einfach fassungslos. Das ist nicht nur unser Job, das ist unser Leben, unser Zuhause." Marco Krämer
Marco Krämer und sein Vater Charles beseitigen die Reste aus der Nacht.
Familie schlief neben brennendem Wagen
Gegen kurz vor 1 Uhr wurde die Frau von Marco Krämer wach, weil ihr Sohn gehustet hatte. Durch das Fenster sah sie einen kleinen Laster lichterloh brennen, sie weckte ihren Mann. "Ich bin dann zu dem Wohnwagen meiner Eltern gerannt, habe dagegen gehämmert, damit die wach werden", sagt Krämer.
Der Wohnwagen seiner Eltern stand nur wenige Meter von dem brennenden Laster weg. Charles Monroe hat noch die Gasflasche abgemacht, die zwischen seinem Wohnwagen und dem brennenden Fahrzeug stand. "Wäre die Gasflasche explodiert, wären wir durch ganz Sülz geflogen", sagt seine Frau Verena, die sichtlich mitgenommen von dem Vorfall in der Nacht ist.
Das Feuer griff auch auf andere Wagen über.
Der kleine Laster brannte vollständig aus, außerdem wurden ein Gerätewagen und das Kassenhäuschen stark beschädigt. Die Familie schätzt den Schaden auf mehr als 20.000 Euro. Weil auch ein Stromgenerator abgebrannt ist, muss die Show am Samstagabend ausfallen. Verletzt wurde niemand, auch nicht die Tiere der Familie.
Polizei schließt Brandstiftung nicht aus
Noch in der Nacht war die Polizei vor Ort und hat Beweise gesichert. Unter anderem wurde der abgebrannte Laster sichergestellt, um nach Hinweisen zur Brandursache zu suchen. "Wir ermitteln in alle Richtungen", heißt es von der Polizei Köln
Es ist nicht der erste Vorfall in dem Kölner Zirkus. 2024 hat die Familie Monroe mehrere Drohungen bekommen, deshalb stand der Zirkus zeitweise unter Polizeischutz, so Krämer. Und im vergangenen Jahr wurde in einer Nacht das Zirkuszelt der Familie angezündet.
"Déjà-vu von damals"
Von der Tat vor rund einem Jahr liegt auch ein Video vor. Laut Krämer hat die Polizei die Ermittlungen eingestellt, weil kein Täter ermittelt werden konnte. Für Marco Krämer ist der aktuelle Vorfall ein Déjà-vu, auch damals ist er in der Nacht rausgerannt und hat versucht, das Feuer zu löschen. Mittlerweile fühlen er und seine Familie sich nicht mehr sicher.
Viele Geräte und Equipment wurden bei dem Brand zerstört.
"Man hat keine ruhige Minute mehr, kann man ohne Angst ins Kino gehen, kann man in Ruhe einschlafen, man weiß nicht, was passiert", sagt er und hofft, dass die Polizei die Täter findet und die Familie schnell eine Lösung für den kaputten Generator finden. So könnten zumindest die Shows in den nächsten Tagen stattfinden. In der kommenden Woche will der Zirkus eigentlich weiter nach Köln-Longerich ziehen.
Unsere Quellen:
- Interview mit der Familie des Circus Charles Monroe
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- Gespräch mit den Leitstellen der Polizei Köln und der Feuerwehr Köln
Sendung: WDR.de, Feuer bei Zirkusfamilie Monroe in Köln-Sülz, 23.05.2026, 14:57 Uhr
