Zirkuszelt brennt bei Kölner Zirkus

Brand bei Zirkus in Köln: Zirkusfamilie vermutet Anschlag

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Am Dienstagabend ist das Zelt des Kölner Zirkus "Charles Monroe“ abgebrannt – nun stehen die Aufführungen auf der Kippe.

"Ich kriege keine Luft da drinnen“, ruft Marco Krämer seinem Vater zu und hustet laut. Er steht in dem teilweise aufgebauten Zirkuszelt. Man riecht noch das verbrannte Plastik. Die Reste des Löschpulvers brennen ihm im Hals. Doch dieser Verlust tut Marco viel mehr weh. "Das ist nicht nur ein Zelt, das ist unser Zuhause. Mein Sohn wurde sogar hier drinnen getauft.“

Marco Krämer betrachtet ein Brandloch im Zelt.

Das Feuer hat sich durch mehrere Lagen gefressen. Marco Krämer kann die verbrannten Plastikteile einfach rausbrechen.

Marco Krämer und sein Vater Charles falteten das Zelt auseinander, um sich einen Überblick über den Schaden zu verschaffen. Ein Anwohner hatte ihn gegen 22 Uhr geweckt und gerufen, dass es brennt. Das Zirkuszelt der Familie, das während der Winterpause zusammengefaltet auf einem Anhänger lag, hatte Feuer gefangen. Marco Krämer rannte in Unterhose hinaus und löschte das Feuer zunächst mit einem Wasserschlauch und später mit einem Pulver-Feuerlöscher.

Polizei geht von Brandstiftung aus

"Wenn man so geweckt wird, denkt man zuerst an die Tiere. Hoffentlich geht es den Tieren gut.“ Dass kein Mensch und kein Tier verletzt wurde, ist für seine Mutter Verena pures Glück: "Das Zelt stand direkt neben dem Stall für die Tiere. Und daneben standen unsere Wohnwagen. Das war kein Jugendstreich, das war ein Anschlag. Was für eine Schweinerei.“

Verena Krämer zeigt auf die Wohnwagen, in einem anderen Bild liegt ein Tier.

Verena Krämer ist immer noch schockiert. Zum Glück wurde niemand verletzt.

Marco Krämer und sein Vater begutachten die Schäden. Das Zelt war gefaltet, weshalb eine kleine Brandfläche einen großen Schaden angerichtet hat. Wenn es aufgebaut ist, passen etwa 200 Leute hinein. Auch Marco Krämer vermutet, dass das Zelt absichtlich angezündet wurde. Denn das Zelt ist aus einem besonderen, feuerfesten Material. Die Kölner Polizei bestätigt, dass Anzeige erstattet wurde und ermittelt wird.

Auch sein Vater Charles geht von Brandstiftung aus. Mit seinen 65 Jahren hat er in seinem Zirkusleben schon viel erlebt. "Bei meinen Eltern im Zirkus hat mal ein Heuballen gebrannt. Aber sowas haben wir noch nie erlebt. Und das ausgerechnet, kurz bevor es losgeht."

Start in die Zirkussaison noch unklar

Die Familie war fünf Monate in Winterpause und hat ihr Lager dazu auf einer kleinen Wiese im Kölner Stadtteil Wahn aufgestellt. Ursprünglich sollte in zwei Wochen die erste Show starten, aktuell werden noch die letzten Vorbereitungen getroffen. Wann der Zirkus in die Saison starten kann, ist noch unklar.

Zirkuszelt brennt bei Kölner Zirkus

Charles Krämer zeigt die Schäden: Die Seite und die Kuppel des Zeltes sind schwer beschädigt.

Immerhin gibt es eine gute Nachricht: Auf den ersten Blick scheint nur die eine Hälfte des Zeltes beschädigt zu sein. Jetzt wartet die Familie auf einen Gutachter und Informationen vom Hersteller, ob sich das Zelt reparieren lässt. Denn ein neues Zelt würde mehr als 50.000 Euro kosten. Ohne Kredit oder andere Unterstützung wird das für den Zirkus schwer zu stemmen sein.

Brand bei Zirkus in Köln: Zirkusfamilie vermutet Anschlag

00:34 Min. Verfügbar bis 26.03.2027

Unsere Quellen:


  • WDR-Reporter vor Ort
  • Zirkus Monroe
  • Polizei Köln

Sendung: WDR 2, WDR Aktuell, 23.05.2026, 14 Uhr

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