Kliniken in NRW protestieren gegen geplante Kürzungen

WDR 00:45 Min. Verfügbar bis 28.05.2028

"Klinik-Aufstand" Kliniken in NRW protestieren gegen geplante Kürzungen

Stand:

In Viersen sind heute Beschäftigte des LVR-Klinikums und der Orthopädie gemeinsam mit Vertretern der Gewerkschaft Ver.di zusammengekommen. Mit der Protestaktion wollen sie Solidarität zeigen und ein gemeinsames Zeichen gegen die geplanten Sparmaßnahmen setzen.

Mitarbeiter sorgen sich um ihre Zukunft

Sara Verbeek arbeitet seit 2016 im Klinikum in Viersen, seit 2019 als ausgebildete Krankenschwester. Ihren Beruf macht sie gerne - die geplanten Sparmaßnahmen bereiten ihr aber Sorgen.

"Das ist wie ein Schlag ins Gesicht." Sara Verbeek
Sara Verbeek, Krankenschwester orthopädie

Sara Verbeek, Krankenschwester Orthopädie

"Ohne uns gibt es keine Versorgung" - diese Botschaft stand bei der Protestaktion im Mittelpunkt. Die Krankenhäuser befürchten große finanzielle Einschnitte. Für 2027 rechnen sie bundesweit mit einem Minus von rund 4,6 Milliarden Euro. Tariferhöhungen könnten künftig nicht mehr komplett bezahlt werden. Ziel der Reform ist es unter anderem die gesetzliche Krankenversicherung finanziell zu entlasten.

Diese Auswirkungen könnten die Einsparungen haben

An der LVR-Klinik Viersen befürchtet man, dass steigende Ausgaben, zum Beispiel für Personal und Energie künftig nicht mehr vollständig übernommen werden. Dadurch könnte der Druck auf Mitarbeitende weiter steigen. Gleichzeitig warnen Krankenhäuser vor längeren Wartezeiten, Personalmangel und möglichen Einschränkungen bei der Versorgung von Patienten.

Auch andere Kliniken protestieren

Personalversammlung der LVR Klinik

Die Gewerkschaft ver.di hat bundesweit zu Protestaktionen aufgerufen, schwerpunktmäßig am heutigen Donnerstag. Aktionen gab es nicht nur am LVR-Klinikum in Viersen und Mönchengladbach, sondern unter anderem auch in Bottrop und Essen. Nach ver.di Angaben beteiligten sich an den bundesweiten Aktionen heute rund 10.000 Klinik Beschäftigte.
Verdi-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler sagte anlässlich der Protestaktionen, die Beschäftigten seien wütend über die «Sparorgie» von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU), die vor allem auf ihre Kosten gehen solle.

Gewerkschaft und Kliniken einig

Verdi nennt die Aktion einen "Klinik-Aufstand". In der Sache sind dieses Mal Gewerkschaft und Krankenhausbetreiber auf der gleichen Seite. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft begrüßte den Protest. Die Politik lasse die 1,4 Millionen Beschäftigten der Kliniken eiskalt im Regen stehen.

Das Ziel der geplanten Sparmaßnahmen

Mit den geplanten Kürzungen im Gesundheitsbereich will die Bundesregierung die gesetzliche Krankenversicherung finanziell entlasten und Kosten senken. Ende März hatte eine Expertenkomission insgesamt 66 Vorschläge präsentiert. Konkret sollen rund 16,3 Milliarden Euro im kommenden Jahr gespart werden, um ein erwartetes Defizit bei den Krankenkassen aufzufangen und höhere Zusatzbeiträge zu vermeiden.

Gesundheitsministerin Warken will die Ausgaben in Praxen, Kliniken und der Pharmabranche senken. Das Maßanahmenpaket sieht unter anderem höhere Zuzahlungen zu Medikamenten und eine Einschränkung der kostenlosen Miterversicherung von Ehepartnern zur Folge haben. Der

"Klinikaufstand" gegen Kürzungen im Gesundheitswesen

WDR 28.05.2026 00:33 Min. Verfügbar bis 27.05.2028

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Unsere Quellen:

  • Beobachtungen der Reporterin vor Ort
  • Interview mit Dominik Kofent, Gewerkschaft Ver.di
  • Interview mit Sara Verbeek, Krankenschwester am LVR-Klinikum Viersen
  • dpa

Sendung: WDR.de, Proteste in Viersen gegen Kürzungen im Gesundheitswesen, 28.05.2026, 15:42 

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