Die plötzliche Absage an einen Neubau der Düsseldorfer Oper und die miese Haushaltslage sorgen seit Tagen in der Stadt für Diskussionen. Beide Themen haben auch die Ratssitzung am heutigen Donnerstag bestimmt, in der ein weiteres Sanierungspaket auf den Weg gebracht wurde.
Fast 20 Millionen Euro bis 2030
Die Heizung im Kellerraum der Oper muss dringend erneuert werden.
Damit der Spielbetrieb der Oper weiterlaufen kann, hat der Rat heute ein Maßnahmenpaket beschlossen. Für die Planung zwingend erforderlicher Arbeiten sollen Mittel in Höhe von 2,75 Millionen Euro bereitgestellt werden. Dazu soll der jährliche Zuschuss an die Oper für kurzfristige Instandhaltungsarbeiten von einer Million auf 1,5 Millionen Euro erhöht werden. Laut der Verwaltung belaufen sich die Kosten der notwendigen Reparaturarbeiten allein bis 2030 auf rund 18 Millionen Euro.
Dazu zählen unter anderem Arbeiten an der Heizungs- und Klimatechnik und eine Verbesserung der Statik des Foyerdachs und des Bühnenturms. Mit den Arbeiten soll voraussichtlich im dritten Quartal des kommenden Jahres begonnen werden. Parallel dazu wolle man aber auch untersuchen, wie der Opernbetrieb auch nach 2030 weiter aufrechterhalten werden kann.
Die Oper hatte in der vergangenen Woche die Absage des seit Jahren geplanten Neubaus scharf kritisiert. Die zur Abstimmung stehenden Maßnahmen zielten nur auf die dringendsten Schäden, betonte die Geschäftsführung in einem schriftlichen Statement. "Es wird keinesfalls ausreichen, den Spielbetrieb mittel- und langfristig zu sichern."
Viel Geld für Planungen verpulvert
Seit mehreren Jahren wurden die Neubau-Planungen vorangetrieben, inklusive Architektenwettbewerb, vor allem von der Düsseldorfer Stadtspitze um OB Stephan Keller (CDU). Auf WDR-Anfrage teilt die Verwaltung mit, dass bisher knapp zwölf Millionen Euro für die Planungen ausgegeben wurden. Die Linke im Rat spricht von "verbrannten Millionen".
So sollte der Opern-Neubau am Wehrhahn aussehen.
Dazu kommen rund 140 Millionen Euro für den Kauf zweier Grundstücke am Wehrhahn, wo der Neubau entstehen sollte. Wie es mit diesen Flächen nun weitergehen soll, ist offen. Die Stadt will für die nächste Ratssitzung im Juli eine Vorlage dazu vorbereiten, dann soll der Rat auch offiziell die Neubau-Planungen beenden.
Sparkurs der Stadt: Höhere Eintrittspreise, weniger VHS-Stunden
Die schlechte Haushaltslage hat die Opposition am Donnerstag auch für harte Kritik an die Stadtspitze genutzt. "Das Scheitern des Opern-Neubaus ist vor allem ein Scheitern der Finanz- und Haushaltspolitik von CDU und Grünen", sagte SPD/Volt-Fraktionschefin Sabrina Proschmann schon im Vorfeld. Zuletzt rechnete die Kämmerei mit einem Minus von rund 470 Millionen Euro in diesem Jahr.
Die VHS muss tausende Unterrichtsstunden streichen.
Den notwendigen Sparkurs werden nun auch die Bürger an verschiedenen Stellen zu spüren bekommen. Der Rat hat am Donnerstag höhere Eintritte und kürzere Öffnungszeiten für zahlreiche städtische Kultureinrichtungen beschlossen: Sie gelten für das Heinrich-Heine-Institut und das Schumann-Haus, das Film-, Goethe-, Hetjens-, Schifffahrt-, Stadt- und Theatermuseum. Erwachsene sollen ab dem 1.Juli in allen städtischen Kultureinrichtungen fünf Euro Eintritt zahlen, statt wie bisher zwischen drei und fünf Euro.
Auch die anderen Ticketpreise steigen im Schnitt um etwa einen Euro. Für bestimmte Personengruppen soll der Eintritt allerdings weiterhin kostenfrei bleiben, etwa für schwerbehinderte Menschen oder Inhaber des Düsselpasses. Außerdem bleiben die Kultureinrichtungen künftig an zwei Tagen in der Woche zu - und zwar montags und dienstags. An den restlichen Tagen gelten Öffnungszeiten von 12 bis 18 Uhr.
Erst vor wenigen Tagen hatte der WDR zudem exklusiv berichtet, dass die städtische VHS im zweiten Halbjahr aus Spargründen rund 10.000 Unterrichtsstunden weniger anbietet.
Düsseldorf soll 50 Stadtoasen bekommen
Aber in der Ratssitzung ging es heute nicht nur ums Sparen. Neben zahlreichen Kürzungen hat der Rat heute auch die Realisierung von 50 "Stadtoasen" auf den Weg gebracht. "Mit ihnen wollen wir die Aufenthaltsqualität verbessern und die Stadt gleichzeitig für den Klimawandel fit machen", erklärt Düsseldorfs Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller (CDU) in einer Mitteilung. Zentrale Orte in der Stadt sollen damit in den kommenden Jahren deutlich grüner und attraktiver werden. Die Verwaltung rechnet aktuell mit einem Investitionsvolumen von rund zehn Millionen Euro. Für die Umsetzung setzt sie vor allem auf Fördermittel.
Den Anfang sollen insgesamt elf Stadtoasen machen - darunter der Rochusmarkt und die Maria-Montessori-Gesamtschule an der Rosmarinstraße. Die Bauarbeiten werden laut Stadt voraussichtlich bis 2028 andauern. Die Düsseldorfer können außerdem Vorschläge für weitere Standorte in der Stadt einreichen. Die Oasen sind Teil der Klimaanpassungsstrategie der Stadt.
Rheinbahn AG soll Betrieb der Rheinfähre übernehmen
Es hatte sich im Vorfeld schon abgezeichnet - heute Abend hat der Rat jetzt grünes Licht gegeben: Die Rheinbahn AG kann die "Rhein-Fährbetrieb Langst-Kaiserswerth Schäfer GmbH" übernehmen. Darüber hinaus will die Stadt gemeinsam mit der Stadt Meerbusch eine Finanzierungsvereinbarung abschließen. Ziel sei die langrfristige Sicherung des Betriebs der Rheinfähre zwischen Düsseldorf-Kaiserswerth und Meerbusch-Langst. Neben den Gremien der Rheinbahn muss auch der Rat der Stadt Meerbusch dem Plan zustimmen. Das Thema steht auf der Tagesordnung für die Ratssitzung am 14. Juli 2026. Am dem 01.01.2027 soll dann die Rheinbahn den Betrieb der Rhein-Fähre übernehmen.
Unklarheit beim Deutschlandticket für Schüler
Unklar ist noch, wie es mit dem bisherigen Deutschlandticket für Schüler weitergeht. Die Stadt wollte eigentlich zum kommenden Schuljahr zum sogenannten "Schokoticket" zurückkehren, um dadurch Geld zu sparen. Dann zeigten aber Berechnungen der Rheinbahn, dass die Stadt damit einen Millionenverlust einfahren würde, weil Fördergelder wegfielen.
Mehrere Fraktionen fordern deshalb, das Deutschlandticket beizubehalten. Nach Angaben einer Stadtsprecherin laufen aktuell "weitere Gespräche, um noch offene Fragestellungen zu erörtern". Eine Entscheidung dazu ist in der Ratssitzung heute nicht gefallen.
Unsere Quellen:
- Stadt Düsseldorf
- Vorlagen für die Ratssitzung am 18.06.2026
- Pressemitteilungen der Stadt Düsseldorf nach der Ratssitzung am 18.06.2026
- SPD-/Volt-Ratsfraktion
- Linke-Ratsfraktion
Sendung: WDR.de, Ergebnisse Rat Düsseldorf, 18.06.2026, 21.22 Uhr
Sendung: WDR.de, Weitere Millionen für Opernhaus-Sanierung, 18.06.2026, 05.04 Uhr.
