Das wird jetzt aus der Düsseldorfer Oper
WDR. 09.06.2026. 02:39 Min.. Verfügbar bis 09.06.2028.
Die Nachricht traf die Mitarbeitenden der Oper wie ein Schlag: Freitagmittag gab Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) bekannt, dass der geplante Opern-Neubau abgesagt wird. Aus Kostengründen, wie es hieß.
Keller betonte, dass der alte Standort der Oper an der Heinrich-Heine-Allee "ertüchtigt" werden soll, um den Spielbetrieb in der Stadt auf lange Sicht zu sichern. "Wir gehen davon aus, dass die Oper am Rhein hier weiter eine Heimat haben wird". Aber wie? Das fragen sich seitdem viele.
Im sanierungsbedürftigen Foyer stehen vier solcher provisorischer Säulen, um das Dach der Oper zu stützen.
An der Oper wird in diesen Tagen viel telefoniert und diskutiert. Auch der technische Leiter Philip Rabe schaut voller Sorge in die Zukunft. Der Sanierungsbedarf zeigt sich hier am Standort an der Heinrich-Heine-Allee an jeder Ecke - vor allem im Foyer. Hier stützen aktuell vier provisorische Säulen das Dach: "Die Statik lässt uns jetzt noch Zeit bis 2028, danach gibt es keine Zulassung mehr. Die Tragkonstruktion rostet", erklärt Rabe.
Technik aus der Vergangenheit
Nicht nur die Bausubstanz bereitet Sorgen. Auch die veraltete Dampfheizung gilt als ineffizient und kaum noch zumutbar für den Arbeitsalltag. Läuft die Anlage im Winter, sind es in dem Kellerraum über 50 Grad. Unzumutbare Arbeitsbedingungen.
Auch die Heizung im Kellerraum der Oper muss dringend erneuert werden.
Die Bühnenarbeiter sind bei der Annahme von Kulissenteilen nicht vor Wind und Wetter geschützt, haben oft viel zu wenig Platz. Ein Zustand, der über Jahre mit Blick auf den Neubau hingenommen wurde.
Doch mit dem Stopp des Prestige-Projekts hat sich die Lage geändert. Eine grundlegende Sanierung ist für die Geschäftsführende Direktorin der Deutschen Oper am Rhein, Alexandra Stampler-Brown, unausweichlich. "Die Arbeitsbedingungen sind nicht gesetzeskonform." Sie sei in einer großen Verantwortung für gut 1000 Mitarbeiter. Darüber müsse nun dringend gesprochen werden.
Politik unter Zugzwang
Die Stadt steht nun in der Pflicht. Bereits im Juni soll der Rat über notwendige Maßnahmen entscheiden. Dabei geht es um Instandhaltungsarbeiten im Umfang von etwa 25 Millionen Euro, die ohnehin fällig geworden wären. "Das ist wieder nur ein Pflaster", beklagt der technische Direktor Rabe. Die Mitarbeiter fürchten Behelfslösungen, wie schon in der Vergangenheit.
Neue Zeiten für Düsseldorf
Für dauerhafte Lösungen am Standort Heinrich-Heine-Allee müsste man deutlich mehr Geld in die Hand nehmen. Die Mitarbeiter haben Sorge, dass der Spielbetrieb langfristig nicht gesichert werden kann und fürchten um ihre Arbeitsplätze.
Zumal die Kämmerin die Düsseldorfer auf neue Zeiten einschwört. Bei einem Defizit von 470 Millionen Euro müsse in einem Maße gespart werden, dass die Bürger merken werden, betonte sie. Wie viel Geld am Ende für die Oper bleibt, ist eine Rechnung, die noch keiner aufgemacht hat. Sicher ist nur: Erstmal gehen die Aufführungen hier weiter.
Unsere Quellen:
- WDR-Interview mit der Operndirektion
- Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort
- WDR-Interview mit der Düsseldorfer Kämmerin
- Interview mit dem technischen Leiter der Oper
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 09.06.2026, 19.30 Uhr