Hantavirus-Kontaktperson wird weiter in der Uniklinik untersucht
WDR. 00:46 Min.. Verfügbar bis 08.05.2028.
Die Laborergebnisse würden bisher nicht auf eine Infektion hindeuten, teilte die Uniklinik am Freitag mit. Die 65-Jährige sei in einer stabilen klinischen Verfassung.
"Wir haben heute nochmal Proben abgenommen und weggeschickt. Auf die müssen wir warten", sagt Professor Torsten Feldt, Infektiologe an der Uniklinik Düsseldorf. Mit den Ergebnissen rechnet er am Wochenende.
Kontaktperson muss in Quarantäne
Die Inkubationszeit könne bis zu acht Wochen dauern. Entwarnung könne erst danach gegeben werden. "Eine weitere Beobachtung über die nächsten Wochen - klinisch und auch durch virologische Untersuchungen - ist erforderlich." Das medizinische Personal trage dabei Schutzanzüge. Für die Frau selbst sei das nicht notwendig.
Infektiologe Professor Torsten Feldt
Wie genau diese Beobachtung aussehen wird, müsse mit den Sicherheitsbehörden abgestimmt werden. Es gebe aktuell Konferenzen und Austausch. Wie lange die Frau noch in Düsseldorf bleibt, ist auch noch unklar. Eine Verlegung in ihre Heimat sei aber geplant.
Ausnahmesituation - aber nicht mit Corona vergleichbar
Für den Infektiologen ist die aktuelle Situation nicht alltäglich - aber nicht besorgniserregend. Mit Corona sei das Hantavirus nicht vergleichbar. "Beunruhigend im Sinne von einem Ausbruch, der befürchtet werden muss, sehe ich das überhaupt nicht", so Feldt.
"Das ist natürlich eine Ausnahmesituation. Das ist was, was wir selten sehen." Prof. Torsten Feldt
Das Hantavirus wird oft von Ratten oder Mäusen übertragen. Die Tiere scheiden das Virus über Urin, Kot oder Speichel aus. Menschen können es dann beispielsweise durch aufgewirbelten Staub einatmen.
Per Spezialtransport in Düsseldorfer Uniklinik
Die 65-Jährige war auf einem Kreuzfahrtschiff in Kontakt mit einer infizierten deutschen Frau, die an Bord des Schiffes verstorben ist. Mit einem Flieger wurde die Kontaktperson nach Amsterdam geflogen und von dort aus per Hochinfektionstransport der Feuerwehr in die Düsseldorfer Uniklinik gebracht. Seit Mittwochabend wird sie hier untersucht.
In der Düsseldorfer Uniklinik gibt es eine Sonderisolierstation für hochansteckende und gefährliche Krankheiten wie zum Beispiel das Ebola-Virus. Laut einem Kliniksprecher muss die Frau zunächst aber nicht hier untergebracht werden.
Drei Menschen nach Infektion mit Hantavirus verstorben
Auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" waren insgesamt drei Menschen nach einer Infektion mit dem Hantavirus gestorben - ein älteres niederländisches Ehepaar und eine deutsche Frau.
Unsere Quellen:
- Uniklinikum Düsseldorf
- Professor Torsten Feldt, Virologe
- Feuerwehr Düsseldorf
- Nachrichtenagentur dpa
- Associated Press
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 07.05.2026, 12:31 Uhr


