So war die erste Fahrt zwischen Meerbusch und Düsseldorf

WDR 02:20 Min. Verfügbar bis 02.05.2028

Neustart mit großem Andrang Meerbuscher Rheinfähre feiert Comeback

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Wegen Personalmangels hatte Betreiber Hajo Schäfer Ende 2025 das Aus des Fährbetriebs verkündet. Jetzt geht es doch wieder los.

Von Markus Gröters

Als Hajo Schäfer um kurz vor 10 Uhr am Freitagmorgen den Dieselmotor der Michaela II anlässt, stehen schon einige Passagiere ungeduldig am Rheinufer. Dass die Fähre am Maifeiertag wieder den Betrieb aufnehmen würde, hatte sich über die Stadtgrenzen von Meerbusch und Düsseldorf hinaus blitzschnell herumgesprochen. Nun stehen sie da und warten, dass sie an Bord gehen dürfen.

"Sie glauben gar nicht, wie viele Menschen mich angesprochen haben. Alle wollten dass wir wieder fahren. Ich hoffe, die kommen jetzt auch alle", schmunzelt der 60-Jährige und gibt das Signal an seine Helfer, die Leute an Bord zu lassen.

Meerbuscher Rheinfähre als besonderes Stück Heimat

Im Dezember erst hatte Hajo Schäfer das Aus verkündet. Als Grund nannte er vor allem Personalmangel. Dass zudem die Passagierzahlen nicht rosig waren, ist auch kein Geheimnis.

Portraitbild von Fährmann Hajo Schäfer auf seiner Brücke

Hajo Schäfer steht auf seiner Brücke

Seit einigen Jahren bietet die Flughafenbrücke in direkter Nachbarschaft eine bequeme Alternative für Autofahrer. Schäfer wollte nicht mehr - der anschließende Aufschrei in Politik und Bürgerschaft war groß. Dieses Stück Heimat dürfe nicht verschwinden, hieß es von allen Seiten.

"Wie Urlaub": Mit der Fähre über den Rhein

Von Problemen ist am 1. Mai nichts zu spüren. Die Sonne strahlt vom Himmel. Mal zu Fuß, mal auf dem Rad, ob auf dem Motorrad oder im schicken Cabrio - alles drängelt sich auf die Fähre, um überzusetzen.

"Das hier ist wie Urlaub. Ich kenne das gar nicht anders, als bei einer Fahrradtour mit der Fähre zu fahren", erzählt Gisela Scheeren, die mit ihrem Mann extra früh zum Anleger im Meerbuscher Stadtteil Langst-Kierst geradelt ist. "Wir freuen uns schon, gleich gemütlich zu frühstücken, und dann geht es wieder mit der Fähre zurück", sagt sie und schiebt schnell ihr Rad die Rampe hoch zum Deich von Kaiserswerth.

Seit 900 Jahren Fährverbindung in Meerbusch

Es sind Hunderte, die heute gekommen sind, um mit ihrer Fahrt über den Rhein ihre Liebe zu der traditionsreichen Fährverbindung zu zeigen. Ehrfürchtig berichten nicht wenige, dass hier ja schon seit 900 Jahren übergesetzt werde. Das könne nicht einfach verschwinden.

Passagiere an Bord der Rheinfähre Michaela II

Passagiere an Bord der Rheinfähre

Da stört es auch niemanden, dass die Preise um 20 Cent gestiegen sind - vorübergehend, wegen der hohen Spritpreise. 3,20 Euro kostet es, mit dem Rad mitzufahren. Mit dem Auto macht es 4,50 Euro. Am Ende des Tages sind mindestens 3.000 Passagiere mitgefahren, der Fährbetreiber ist sehr zufrieden.

Hajo Schäfers Vater hatte den Betrieb vor sechs Jahrzehnten übernommen, er selbst ist seit 40 Jahren am Steuer. Mit der Rheinbahn verhandelt er nun schon seit Monaten über die Zukunft. Die Stadt Düsseldorf hatte das Verkehrsunternehmen ins Spiel gebracht, um den Betrieb auf solide Beine zu stellen. Noch ist nicht klar, wie es konkret weitergehen wird. Schäfer will lieber nicht zu viel verraten.

Ab Juni geht es täglich über den Rhein

Nur so viel: Im Mai wird die Michaela II an Wochenenden und Feiertagen zwischen Langst-Kierst und Kaiserswerth pendeln. "So will das die Rheinbahn, damit wir nicht in Vergessenheit geraten", erzählt Hajo Schäfer. Ab Juni soll es dann wieder täglich über den Rhein gehen. Bei hoffentlich ganz viel Sonnenschein - denn dann macht der kleine Urlaub auf dem Rhein besonders viel Spaß.

Unsere Quellen:

  • WDR-Interview mit Hajo Schäfer
  • WDR-Interview mit Passagieren der Rheinfähre
  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 01.05.2026, 18:45 Uhr

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