Rheinfähre droht das Aus
Lokalzeit aus Düsseldorf. 06.08.2025. 02:37 Min.. Verfügbar bis 06.08.2027. WDR. Von Andreas Turnsek.
Für die Fähre im Familienbetrieb gibt es ein großes Problem: kein Personal mehr. Ein Kapitän steht kurz vor der Rente, der andere geht in Kürze. Rheinfähren-Kapitän Hajo Schäfer muss um seinen Familien-Betrieb bangen. Denn ganz allein kann der fast 60-Jährige den Fährbetrieb nicht stemmen, 7 Tage die Woche, 13 Stunden am Tag.
Wenig Hoffnung auf neue Schiffsführer
Laut dem Betreiber kann die Fähre deswegen nur noch bis zum 19. Dezember fahren. Dass es jetzt alles ganz vorbei sein soll, ist für Schäfer schwer zu ertragen: "Das Herz blutet jetzt schon." Noch schlimmer sei es aber für seine Eltern, die den Betrieb vor rund 60 Jahren übernommen haben.
Die Fähre wird täglich von Schülern und anderen Anwohnern genutzt. "Hier sind viele Freundschaften entstanden, die teilweise noch heute existieren. Danke dafür", heißt es von Familie Schäfer.
Preis fürs Unternehmen liegt im siebenstelligen Bereich
Was nach Dezember passiere, wisse man aktuell noch nicht. Was man mitbringen muss, um auf dem Rhein das Steuer zu übernehmen? "Er muss schon Kapitän sein. Und er muss Elan und Spaß an der Arbeit mitbringen und ein bisschen Geld muss er auch mitbringen", erzählt Schäfer.
Und für den Kauf des ganzen Unternehmens liege der Preis im siebenstelligen Bereich für zwei gut gepflegte Fähren und ein reich bestücktes Ersatzteil-Lager.
Suche nach Personal hat sich rumgesprochen
Ein wenig Hoffnung gibt es aber noch für die Rheinfähre. Ein Headhunter will dem Familienbetrieb bei der Suche nach einem Nachfolger helfen. Er sei früher selbst mit der Fähre gefahren und sie sei für ihn ein Herzensanliegen. Auch Meerbuschs Bürgermeister Bommers will sich für den Erhalt der Fähre einsetzen.
Mittlerweile hat die Rheinbahn angekündigt, sie wolle prüfen, ob sie den Fährbetrieb auf dem Rhein zwischen Kaiserswerth und Meerbusch übernehmen kann. Das bestätigte eine Sprecherin dem WDR. Laut Rheinbahn gelten für den Fährbetrieb unter anderem hohe fachliche Anforderungen und spezielle Gesetzesvorgaben. Wann die Prüfung abgeschlossen sein soll, ist noch offen. Düsseldorfs Oberbürgermeister Keller hatte die Idee ins Spiel gebracht.
Fähreigner Hajo Schäfer sagt, er sei verhalten optimistisch. Er stellt sich trotzdem erst mal auf seine letzte Fährfahrt im Dezember ein, doch die Hoffnung, mit Verstärkung an Bord weitermachen zu können, diese Hoffnung fährt immer mit.
Unsere Quellen:
- Mail von Hajo Schäfer, Rheinfährbetrieb Schäfer GmbH
- Reporter vor Ort
- Stadt Meerbusch
- Rheinbahn Düsseldorf