Eine Nahaufnahme von einem Wunschzettel in Engelskirchen

Ein Wunschzettel in Engelskirchen

Von Wunschzetteln und Wurstsingen: Elf besondere Weihnachtsbräuche in NRW

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Schon mal vom Engelskirchener Wunschzettel-Postfach, Wurstsingen oder der Pferdesegnung gehört? Kein Problem! Hier erfährst du, was es mit den lokalen Weihnachtstraditionen auf sich hat.

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Der Nikolaus kommt in Rheine per Schiff

Der Nikolausbesuch in Rheine ist alles andere als gewöhnlich: Statt mit Rentieren und Schlitten reist er dort übers Wasser an. Seit mehr als 60 Jahren schippert er mit dem Schiff über die Ems zum Weihnachtsmarkt in Rheine. Fackeltragende Weihnachtstaucher weisen ihm dabei den Weg. Laut Stadt ist diese Tradition in Deutschland einzigartig. Bei Kindern sorgt sie jedes Jahr für leuchtende Augen.

So besonders besucht der Nikolaus Rheine

00:36 Min. Verfügbar bis 30.11.2027

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Adventsblasen mit dem Middwinterhorn in Münster

In Münster hört man in der Adventszeit oftmals den Klang des Middwinterhorns, auch Mittewinterhorn genannt, durch die Straßen hallen. Dabei handelt es sich um ein Blasinstrument, auf dem sich etwa acht verschiedene Töne spielen lassen. Der plattdeutsche und niederländische Begriff "Middewinter" bedeutet "in der Mitte des Winters" und erinnert daran, dass das christliche Weihnachtsfest in die Zeit der Wintersonnenwende fällt. In der Region um Münster wird mit dem Middwinterhorn zur Adventszeit traditionell der Winter begrüßt und die Geburt Jesu Christi angekündigt.

Ein Mann bläst in ein hölzernes Middwinterhorn, ein anderer steht mit einem solchen Horn daneben.

1,30 Meter lange Tradition aus dem Münsterland: Das Middwinterhorn

Eine weitere Besonderheit an der Tradition: Es spielen nie mehrere gleichzeitig ihr Middwinterhorn. Stattdessen bläst immer nur einer nach dem anderen, jeder einen anderen der acht Töne. In vielen Regionen erklingt das Horn vom ersten Advent bis zu den Heiligen Drei Königen am 6. Januar.

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Nachtsanggeläut in Gütersloh

Eigentlich läuten die Glocken der Martin-Luther-Kirche in Gütersloh automatisch. In der Weihnachtszeit werden sie allerdings regelmäßig von der Elektronik abgekoppelt und mit Muskelkraft geläutet. Die Spieler setzen Hände und Füße ein, um die drei Glocken zum Klingen zu bringen.

Das Spielen der Glocken beim Nachtsanggeläut in Gütersloh

00:19 Min. Verfügbar bis 30.11.2027

Und als wäre das nicht schon beeindruckend genug: Es gibt zwar fünf Lieder, aber keine Noten. Die Melodien sind seit Jahrhunderten überliefert.

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Barbarazweige schneiden in Soest

Traditionell werden am 4. Dezember Blütenzweige von Obstbäumen abgeschnitten und zu Hause in eine Vase gestellt. Blühen sie an Heiligabend, gilt das als Glücksbringer für das kommende Jahr. Der Brauch ist in ganz NRW und darüber hinaus bekannt, soll aber aus dem Kreis Soest stammen. Dort sollten früher junge Frauen Kirschzweige abschneiden - je mehr Blüten sich öffneten, desto höher war die Wahrscheinlichkeit für eine glückliche Ehe.

Barbarazweig

Ein blühender Barbarazweig soll Glück bringen

Der 4. Dezember ist der Tag der heiligen Barbara. Der Legende nach blieb sie auf dem Weg ins Gefängnis, in dem sie hingerichtet wurde, an einem Kirschzweig hängen. Sie stellte ihn in einen Wasserkrug und er blühte an ihrem Todestag auf.

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Pferdesegnung in Goch

"Allzeit guten Ritt" heißt es mehr als 200 Mal am 2. Weihnachtsfeiertag vor der St. Stephanus Kirche im Ortsteil Kessel. Reiter aus der ganzen Region kommen im Sattel, um sich den Segen abzuholen, einen Glühwein zu trinken und sich mit anderen Pferdeliebhabern auszutauschen. Der Pfarrer segnet jedes Gespann einzeln. Wer sich fragt, warum sich die Tradition ausgerechnet in dieser Gemeinde etabliert hat: Der heilige Stephanus gilt als Schutzpatron der Pferde.

Pferdesegnung in Goch

00:14 Min. Verfügbar bis 30.11.2027

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Adventskalenderhaus in Hattingen

Jedes Jahr im Dezember wird das alte Rathaus in Hattingen zum lebendigen Adventskalender. Dafür werden 24 Fenster zu Türchen: Täglich wird eins von Frau Holle in märchenhaftem Kostüm geöffnet. Sie liest erwartungsvollen Kindern eine Geschichte vor und lässt es schneien, indem sie ihr Kissen ausschüttelt. Dabei fallen auch Süßigkeiten heraus.

Das Rathaus in Hattingen mit Adventskalender

Weihnachtsmarkt in Hattingen: Frau Holle öffnet jeden Tag ein Türchen des Adventskalenders

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Einschalten der Weihnachtsbaumbeleuchtung in Dortmund

Dortmund hat angeblich den größten Weihnachtsbaum der Welt - und ist mächtig stolz drauf. Jedes Jahr am Montag nach dem Totensonntag wird deshalb mit einer feierlichen Zeremonie die Weihnachtsbaumbeleuchtung am Hansaplatz vom Bürgermeister angeknipst. Rund einen Monat dauert der Aufbau vom 45 Meter hohen Riesenbaum. Er besteht aus über 1000 einzelnen Fichten.

Der 45 Meter hohe Dortmunder Weihnachtsbaum.

In Dortmund steht der wohl größte Weihnachtsbaum der Welt

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Weihnachtssingen im Fußballstadion

Gemeinsam singen macht einfach am meisten Spaß - und wo könnten mehr Menschen zusammenkommen als in einem Fußballstadion? Zugegeben: Die Idee kommt eigentlich aus Berlin. Inzwischen ist das Weihnachtssingen aber auch aus vielen Stadien in NRW nicht mehr wegzudenken. Gesungen wird zum Beispiel mit 25.000 Besuchern auf dem Tivoli in Aachen.

Weihnachtssingen auf dem Aachener Tivoli

Sport 16.12.2024 03:18 Min. Verfügbar bis 30.11.2027 WDR Von Donata Jertz

Auch in der Arena auf Schalke, im Dortmunder Westfalenstadion oder im Stadion an der Hafenstraße in Essen finden gemeinsame Weihnachtssingen statt. Hier erfährst du mehr zu den XXL-Mitsing-Konzerten.

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Briefe ans Christkind in Engelskirchen schreiben

Seit 36 Jahren gibt es in NRW eine besonders beliebte Adresse für Wunschzettel: An das Christkind in 51777 Engelskirchen.

Das Christkind mit einem langen Wunschzettel

Rund 130.000 Briefe aus aller Welt trudeln während der Weihnachtszeit ein. Wenn der Wunschzettel bis zum 20. Dezember ankommt und mit einem Absender versehen ist, antwortet das Christkind. Und das sogar in 12 Sprachen.

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Wurst einsammeln für den guten Zweck im Sauerland

Am 2. Weihnachtstag, am Tag des heiligen Stephanus, gehen traditionell die "Steffensknechte" durch die Orte im Möhnetal und am Möhnesee im Sauerland. An jeder Tür singen sie auf sauerländischer Mundart etwas vor und sammeln im Gegenzug Würste und andere Gaben ein, die sie um einen Stock gewickelt auf der Schulter tragen. Hinterher versteigern sie das Eingesammelte für einen guten Zweck.

Männer in schwarzem Anzug und mit Zylinder auf dem Kopf tragen auf ihren Schultern lange Holzstangen, an denen Würste und Taschen hängen

Weihnachtstradition in NRW: Es geht um die Wurst

Auch in anderen Orten im Sauerland gibt es ähnliche Traditionen unter Namen wie "Wurstsingen" oder "Neujahrssingen". Bisweilen wird die Tradition auch als "Heischebrauch" bezeichnet.

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Weihnachtsbäume aus dem Sauerland

Für viele Menschen in NRW gehört der Baum zum weihnachtlichen Pflichtprogramm. Immer beliebter wird das Fällen der Bäume mit Axt oder Säge in Eigenregie, zum Beispiel bei Forstbetrieben oder Höfen in der Region. Hier gibt es die besten Orte in NRW, Infos zu Preisen und Tipps, wie das Erlebnis für die ganze Familie gelingt. Verglichen mit dem, was die großen Baumproduzenten verkaufen, ist das Selbstschlagen aber noch immer eine Nische.

Drei von hinten fotografierte Personen Tragen gemeinsam einen Tannenbaum, den sie soeben gefällt haben.

Mit vereinter Kraft wird der ausgewählte Baum nach Hause gebracht

NRW hat mit rund 18.000 Hektar das größte Anbaugebiet für Weihnachtsbäume in ganz Deutschland. Einer von den großen Produzenten im Sauerland ist Christopher Babilon. Wer beim Weihnachtsbaum auf echte Tanne anstelle eines Plastikbaums besteht, hat sich möglicherweise in der Vergangenheit an einem Nadelbaum aus seinem Betrieb erfreut: Pro Jahr verkauft er zwischen 50.000 und 100.000 Nordmann-Tannen, Blautannen und Rotfichten. Das Anbaugebiet erstreckt sich über 130 Hektar.

Bei WDR Lokalzeit LandSchafft zeigen wir, wie viel der Weihnachtsbaumproduzent vor Weihnachten zu tun hat. Und warum der Weihnachtsbaum aus dem Sauerland nicht nur in deutschen Wohnzimmern steht.

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