Mahmoud M. muss sich vor Gericht verantworten
Lebenslang für IS-Terroristen : IS-Terrorist hatte vier Menschen lebensgefährlich verletzt
Stand:
Vor etwas mehr als einem Jahr waren vor der Bielefelder Bar "Cutie" mehrere Fußballfans von einem Syrer mit Messern attackiert und lebensgefährlich verletzt worden. Heute hat das Oberlandesgericht Düsseldorf das Urteil gegen den als IS-Terroristen angeklagten Mahmoud M. verkündet. Er soll lebenslang ins Gefängnis - Höchststrafe.
Angreifer verletzt vier Menschen lebensgefährlich
Der Angeklagte hatte den Messerangriff im Prozess gestanden und gesagt, er bereue die Tat. Bei dem Angriff vor der Bar waren am 18. Mai vergangenen Jahres vier Menschen, eine Frau und drei Männer, lebensgefährlich verletzt worden. Der Täter stach mit einem präparierten Gehstock zu, an den er ein Messer mit einer 18 Zentimeter langen Klinge geklebt hatte.
Die Verteidigung hatte beantragt, den Angeklagten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von nicht mehr als zwölf Jahren zu verurteilen.
Jahrelang bei der Terrormiliz
Laut Anklage schloss sich Mahmoud M. im Mai 2015 in Syrien der Terrormiliz Islamischer Staat an. Dort war er in einem Trainingscamp ausgebildet worden und soll den Treueeid auf den IS-Kalifen geschworen haben.
Mahmoud M. soll bis November 2016 für den IS gekämpft haben. Dann habe er in der Immobilienverwaltung des IS gearbeitet, bevor er von kurdischen Einheiten als IS-Mann festgenommen wurde. Acht Monate war Mahmoud M. inhaftiert, bevor er sich in die Türkei habe absetzen können. Im Sommer 2023 reiste er dann nach Deutschland ein.
Zehn Tage vorher Tatentschluss
Der dreifache Familienvater soll sich ein halbes Jahr vor der Tat weiter radikalisiert und islamistische Videos konsumiert haben. Etwa zehn Tage vor der Tat soll sich der 36-Jährige dann zum Anschlag entschlossen haben.
In der Tatnacht gelang es Mahmoud M. zu fliehen, obwohl ihm zwei Zeugen folgten. Auf der Flucht soll er dann in einem Gebüsch geschlafen haben.
Seine Identität war schnell geklärt. Der 36-Jährige hatte seinen Rucksack mit persönlichen Dokumenten am Tatort liegen lassen. Auf seine Spur brachte die Ermittler dann der Mitbewohner seines Cousins in Heiligenhaus. Beim Besuch des mutmaßlichen Attentäters schöpfte der Mitbewohner Verdacht, sperrte Mahmoud M. ein und rief die Polizei. Am 19. Mai 2025, einen Tag nach der Messerattacke, wurde er in Heiligenhaus festgenommen. Seither sitzt Mahmoud M. im Gefängnis.
Unsere Quellen:
- Bundesanwaltschaft
- Oberlandesgericht Düsseldorf
- Gespräche mit den Anwälten David Volke und Lutz Klose
- Reporter bei der Urteilsverkündung
Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 01.06.2026, 11:00 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 01.06.2026, 12:45 Uhr
