Neues zu tödlichen Pyrotechnik-Unfällen in Bielefeld
03:15 Min.. Verfügbar bis 02.01.2028.
Polizei und Staatsanwaltschaft teilten nun weitere Ermittlungserkenntnisse mit. Demnach erlitten die beiden 18-Jährigen "schwerste Kopfverletzungen". Sie sollen sich im Augenblick der Explosionen über mitgebrachte Kunstoffrohre gebeugt haben, in denen sie die Sprengkörper zündeten.
Die genaue Art und die Beschaffenheit der Sprengmittel sind den Ermittlern noch nicht bekannt. Das sollen Gutachter untersuchen. Auch woher die Sprengmittel stammten, wird noch geprüft.
Explosion auf Spielplatz in Bielefeld-Baumheide
Auf diesem Spielplatz in Bielefeld starb einer der 18-Jährigen
Zum ersten tödlichen Unfall war es gegen 23.30 Uhr gekommen. Im Bielefelder Stadtteil Baumheide gab es eine Explosion auf einem Spielplatz. Ein Zeuge sagte dem WDR, er habe einen Knall gehört und sei dann aus dem Haus nach unten gelaufen. Dort habe sich eine Gruppe aufgehalten.
Rettungskräfte auf dem Spielplatz nach dem Unfall
Rettungskräfte eilten zu dem Spielplatz und versuchten, den 18-Jährigen zu reanimieren. Er starb jedoch noch am Unfallort. Ein weiterer, 20-jähriger Mann erlitt dort nach Angaben der Polizei leichte Verbrennungen im Gesicht und wurde in ein Krankenhaus gebracht.
Weiterer Unfall in Bielefeld-Brake
Kurz nach Mitternacht wurde dann ein zweiter 18-Jähriger im Bielefelder Stadtteil Brake tödlich verletzt - ebenfalls durch selbstgebaute Pyrotechnik. Er erlag seinen Verletzungen nach Reanimationsversuchen im Krankenhaus. Die Behörden melden nun, er stammte aus Hoiddenhausen im Kreis Herford.
In beiden Fällen wurde ein Todes-Ermittlungsverfahren eingeleitet, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Nach den bisherigen Erkenntnissen hätten die beiden Getöteten in keiner persönlichen Beziehung zueinander gestanden. Beide Vorfälle hätten sich unabhängig voneinander zugetragen und es gebe keine Erkenntnisse, dass identische Sprengmittel benutzt wurden.
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach den Familien der jungen Männer sein Beileid aus: "Die Todesfälle in Bielefeld sind tragisch, weil sie sinnloser kaum sein könnten."
Schwere Silvester-Unfälle auch in anderen Teilen Deutschlands
Auch in anderen Teilen Deutschlands gab es zum Jahreswechsel teils schwere Unfälle mit Böllern und anderer Pyrotechnik. In der Nähe von Rostock verlor ein 23-Jähriger durch einen explodierten Böller seine linke Hand.
Das Unfallkrankenhaus Berlin meldete bisher 25 Patienten mit zum Teil schweren Verletzungen, bei denen Finger oder Teile der Hand komplett oder teilweise amputiert werden mussten.
Unsere Quellen:
- Polizei Bielefeld
- WDR-Gespräche mit Menschen vor Ort
- Nachrichtenagentur dpa
Sendung: WDR 2 Ostwestfalen-Lippe, Lokalzeit, 02.01.2025, 15.31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 02.01.2026,19:30 Uhr