Präses Ruck- Schröder während des Gottesdienstes
Die Amtseinführung in der Zionskirche in Bielefeld-Bethel war feierlich. Begleitet von Geistlichen aus dem In- und Ausland, so startete Adelheid Ruck-Schröder ins Amt.
Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, Kirsten Fehrs, gestaltete den Gottesdienst mit. Im Verlauf ihrer Ansprache betonte Fehrs, wie sehr sie an der neuen Präses ihre klare Haltung schätze. Sie lobte ausdrücklich ihre Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen. Und Adelheid Ruck-Schröder macht ihrerseits klar:
"Es wird nicht so weitergehen wie bisher" Adelheid Ruck-Schröder, neue Präses der evangelischen Kirche Westfalens
Dass sie sich auf die neue Aufgabe freut, machte sie ebenfalls deutlich. In ihrer Predigt betrachtete sie ihr Amt allerdings nicht vom Anfang, sondern vom Ende her. "Wer werde ich gewesen sein?" Diese Perspektive setze Energie frei und helfe auch zu erkennen, was die wichtigen Dinge sind, die angegangen werden müssen.
Segen und Amtskreuz
Ein Höhepunkt der Zeremonie war dann der Moment als der neuen Präses das Amtskreuz umgelegt wurde – als sichtbares Zeichen dafür, dass Adelheid Ruck-Schröder nun die westfälische Landeskirche mit knapp 1,9 Millionen Mitgliedern leitet.
Umgang mit Krisen
Einfach wird die Aufgabe nicht: Die westfälische Landeskirche verliert seit Jahren Mitglieder, steckt in einer Finanzkrise, auch die Missbrauchsfälle der vergangenen Jahre sind eine schwere Bürde.
Vorgängerin Annette Kurschus hatte dem Thema hohe Priorität eingeräumt - und war dann für ihren eigenen Umgang mit einem Fall in Siegen stark in die Kritik geraten. Im November 2023 trat sie von allen Ämtern zurück.
Veränderungen in der Kirche angehen
Die Suche nach einer Nachfolgerin bzw. einem Nachfolger zog sich lange hin. Erst im zweiten Anlauf benannte der Nominierungsausschuss Adelheid Ruck-Schröder, zu dem Zeitpunkt Regionalbischöfin im Sprengel Hildesheim-Göttingen der Hannoverschen Landeskirche.
Ende März wählte die Landessynode die Kandidatin mit großer Mehrheit. Sie habe Lust, neu aufzubrechen und gegen Mutlosigkeit anzutreten, sagt Adelheid Ruck-Schröder nach der Wahl. Sie will Veränderungen in der Kirche angehen und wünscht sich eine offene und einladende Kirche.
Verschiedene berufliche Stationen, auch in Westfalen
Die promovierte Theologin stammt aus Württemberg, erste Erfahrungen sammelte sie als Gemeindepfarrerin im Münsterland.
Anschließend wirkte sie unter anderem als Berufsschulpfarrerin und Beauftragte für den Evangelischen Religionsunterricht an Berufsbildenden Schulen im Saarland.
Nach einigen Jahren im Pfarramt einer Göttinger Gemeinde wurde Ruck-Schröder 2015 Leiterin des Predigerseminars im Kloster Loccum in Niedersachsen, bevor sie sechs Jahre später zur Regionalbischöfin gewählt wurde.
Adelheid Ruck-Schröder ist verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Kindern.
Quellen:
- Reporterin vor Ort
- epd
- Evangelische Kirche in Westfalen