Eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft betonte, dass es einen "Terrorverdacht im absoluten Frühstadium" gebe. Der Tatvorwurf: "Verdacht der Aufnahme von Beziehungen zur Begehung einer terroristischen Straftat".
Langzeitgewahrsam statt U-Haft
Für einen Haftbefehl reiche die Beweislage aktuell nicht aus, sagt die Generalstaatsanwaltschaft. Stattdessen habe das Amtsgericht Solingen einem polizeilichen Langzeitgewahrsam zugestimmt. In Fällen wie diesem sei es so möglich den Verdächtigen bis zu zwei Wochen festzuhalten, zur so genannten "Gefahrenabwehr". Das Gewahrsam kann einmalig für weitere 14 Tage verlängert werden.
Durchsuchung von Wohnungen
Am Montag hatten Ermittler Wohnungen in Remscheid und Solingen durchsucht. Remscheid ist der Wohnort des Verdächtigen, in der Nachbarstadt Solingen sind seine Eltern gemeldet.
Datenträger werden ausgewertet
Die Ermittler prüfen und werten nun die Datenträger aus, die bei den Wohnungsdurchsuchungen sichergestellt wurden. Daraus könnten sich, so die Generalstaatsanwaltschaft, weitere Hinweise ergeben, dass der Verdächtige eine terroristische Tat geplant habe, oder aber auch entlastendes Material gefunden werden.
Möglicherweise Reise nach Syrien zum "IS" geplant
Nach ARD-Informationen soll der 25-Jährige seine Ausreise aus Remscheid nach Syrien geplant haben, um sich dem so genannten "Islamischen Staat" anzuschließen. Er stand anscheinend schon im Kontakt mit mindestens einem Angehörigen der berüchtigten Terrororganisation. Um seine "Treue" gegenüber dem IS zu beweisen, habe er sich bereit erklärt, einen Anschlag zu verüben.
Schon als Kind für Terror im Einsatz?
Was genau geplant war, ist bislang noch nicht geklärt. Es gebe aber, so ARD-Informationen, Hinweise darauf, dass der Remscheider schon im Alter von 13 Jahren für den IS gekämpft habe.
Außerdem ist er der Polizei offenbar bekannt, unter anderem wegen häuslicher Gewalt und wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz. Er soll in einem Fahrzeug ein verbotenes Einhandmesser mitgeführt haben.
Verdächtiger wird befragt, bisher keine Festnahme
Am Montagmittag hieß es noch von der Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft, der Verdächtige werde befragt. Ob er in Untersuchungshaft genommen werde, hänge vom Ergebnis der Durchsuchungen und der Befragung ab.
Unsere Quellen:
- Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf
- ARD-Recherchen
- Nachrichtenagentur dpa
Sendung: WDR2, Lokalzeit Bergisches Land, 03.06.2026, 10:31 Uhr