Solingerin entwickelt Roboter, um ihr Fachwerk zu sanieren

WDR 03:16 Min. Verfügbar bis 22.04.2028

Erfinderische Professorin Roboter und KI helfen bei der Haussanierung

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Handwerker gesucht - und nicht gefunden. Die ehemalige Professorin Aleksandra Konopek wurde deshalb erfinderisch: Ihr selbst entwickelter Roboter hilft nicht nur bei der Sanierung, er soll damit auch gegen eine Berufskrankheit auf dem Bau helfen.

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Julian Piepkorn

Von außen sieht schon alles schön aus: Die typisch bergische Schieferfassade, die grünen Fensterläden, die hölzernen Türen. Unweit des historischen Ortskerns von Solingen-Gräfrath steht Aleksandra Konopeks 200 Jahre altes Fachwerkhaus. Doch im Innern ist noch alles Baustelle.

Aleksandra Konopek steht an ihrem Fachwerkhaus in Solingen-Gräfrath

Aleksandra Konopek an ihrem Fachwerkhaus in Solingen-Gräfrath

Die Industriegestalterin und ehemalige Professorin will ihr Haus selbst sanieren. Für sie ist es ein Vollzeit-Job und eine Art privates wissenschaftliches Experiment: Was macht es mit dem Körper, jahrhundertealte Techniken im Handwerk selbst anzuwenden? Viel Vorwissen hatte Konopek nicht.

Fachwerkhaus sanieren: Lehmputz wird zum Problem

Heizung, Fenster, Stützbalken: Sie fragte einfach bei Handwerkern nach, ob sie ihr die richtigen Handgriffe beibringen. Den Rest der Arbeiten erledigte sie dann selbst. Beim Verputzen der Lehmdecke fand sich nur einer, der ihr dabei helfen wollte. Der sagte aber gleich: "Ich arbeite einen Tag überkopf und bin zwei Tage krank."

Denn das Lehmputzen an der Decke belastet die Schultern sehr stark. Bei Handwerkern ist das sogar eine anerkannte Berufskrankheit. Konopek hat deshalb eine Art "intelligente Kelle" entwickelt, die an einem Roboterarm befestigt ist. Künstliche Intelligenz soll dafür sorgen, dass sich die Verputzarbeit an die Beschaffenheit der Decke anpasst.

Wie saniere ich ein Fachwerkhaus? Roboter und KI können Handwerker unterstützen

Aleksandra Konopek schmiert Lehm auf eine Kelle, die an einem Roboterarm hängt.

Diese "intelligente Kelle" soll beim Verputzen helfen.

Im Labor funktionierte das schon ganz gut. Für den WDR testet Konopek die Kelle zum ersten Mal unter echten Bedingungen in ihrem Haus. Surrend fährt der Arm nach oben, zuckt leicht beim Kontakt mit der Decke und beginnt zu streichen. Einige Kleckse Lehm platschen herunter. Dann stoppt die Kelle abrupt. "Für den Anfang schon ganz gut", sagt Konopek und lächelt.

Doch die Solingerin denkt noch futuristischer: Im Obergeschoss hat sie einen weiteren Roboterarm aufgebaut. Konopek setzt eine VR-Brille auf, spannt ihre Hand an und steuert den Arm so berührungslos.

Ohne Hand im Handwerk geht es nicht

Der Arm greift einen Pinsel, macht Streichbewegungen. Klar, alles noch nicht fertig entwickelt, aber potenziell könnte die Robotik dort helfen, wo es für den Menschen zu gefährlich wird. Beim Bauen mit gefährlichen Stoffen zum Beispiel.

Aus ihren Versuchen will Konopek eine Geschäftsidee entwickeln. Sie weiß: Robotik und KI können die menschliche Hand im Handwerk nicht ersetzen, sie könnten aber als Helfer dabei sein, um die vielen Fachwerkhäuser so zu sanieren, dass sie fit für die Zukunft sind.

Wer das Haus von Aleksandra Konopek besichtigen möchte: Am 29. April öffnet sie die Türen für die Öffentlichkeit. Die Führung ist kostenlos und Teil der Reihe "Fachwerk richtig sanieren" in Solingen. Mehr Infos zur Anmeldung gibt es auf der Internetseite der Bergischen Gesellschaft.

Unsere Quellen:

  • WDR-Gespräch mit Aleksandra Konopek
  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 21.04.2026, 19:30 Uhr

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