Behörden-Wirrwarr am Wipperkotten

WDR 02:38 Min. Verfügbar bis 02.06.2028

Immer wieder Ärger um Verantwortung Behörden-Wirrwarr am Wipperkotten

Stand:

Der Schutz und die Pflege des historischen Wupperwehrs am Wipperkotten zwischen Leichlingen und Solingen scheitern offenbar an unklaren Zuständigkeiten.

Von Friederike Kämper

Das Wehr gehört zum Solinger Stadtgebiet, der Zugang zum Wasser zählt zu Leichlingen und das umliegende Naturschutzgebiet ist Sache des Rheinisch-Bergischen Kreises. Unter diesem Behörden-Wirrwarr leidet das denkmalgeschützte Bauwerk.

Wer auf Leichlinger Seite falsch parkt, im Naturschutzgebiet am Ufer der Wupper grillt und danach im Wasser am Wehr badet, müsste dann von drei unterschiedlichen Behörden zur Ordnung gerufen werden. 

Man sieht Menschen mit Schlauchboot am Ufer der Wupper, direkt neben den Wupperkotten. Vor ihnen stehen Aufpasser in grüner Warnweste.

Kontrolleure weisen Besucher des Wupperwehrs auf das Badeverbot hin

Bürger nutzen das seichte Wasser an sommerlichen Tagen zum Abkühlen und Schwimmen. Zwar kontrollieren alle Behörden nach eigener Angabe regelmäßig die Umgebung rund um das Wupperwehr - den gewünschten Erfolg hat das aber nicht, sagt der Förderverein Schleiferei Wipperkotten.

Kontrollen zeigen keine Wirkung

Denn Schwimmen und das Betreten des Wehrs sind ebenso verboten wie Grillen am Uferbereich. Das interessiert bislang wenige, beklagt der Vorsitzende des Fördervereins, Reinhard Schrage. Er hat die Zustände vor Ort am Pfingstwochenende dokumentiert und fühlt sich von den Behörden im Stich gelassen. Mithilfe einer Petition an den Landtag will er nun die Politik zum Handeln auffordern und die Zuständigkeiten bündeln. 

Der Verein fordert, dass sich "gemeindeübergreifend an einem runden Tisch" darüber verständigt wird, wie "gegen Regelverstöße am Wupperufer, in der Wupper und am Wehr" vorgegangen werden soll. Zudem soll "kurzfristig wegen der beginnenden Sommersaison" gegen Verstöße "endlich konsequent vorgegangen" werden.

Immerhin: Der Rheinisch-Bergische Kreis kündigte auf Anfrage des WDR an, einen Info-Point über das Naturschutzgebiet und die Wupper am Zugang zum Wasser auf Leichlinger Seite errichten zu wollen.

Reinhard Schrage, 1. Vorsitzender des Vereins Wipperkotten, sitzt vor seiner Klingenschleifmaschine.

Reinhard Schrage, Vorsitzender des Fördervereins Schleiferei Wipperkotten e.V.

Kreis plant Umgestaltung des Uferbereichs

Darauf soll "über die Gründe für den Schutz und die Verbote" aufgeklärt werden, teilt Pressesprecher Alexander Schiele vom Rheinisch-Bergischen Kreis mit. Zudem sollen Uferbereiche leichter erkennbar abgegrenzt werden, um diese vor dem Betreten zu schützen. Der Kreis plane zudem "eine generelle Umgestaltung des Uferbereiches gegenüber des Wipperkottens". In diesem Rahmen werde auch eine neue Beschilderung erfolgen, die Verbote und Regeln mit Piktogrammen verdeutlichen soll.

Sollte auch das nichts bewirken, könnte der Vorschlag der Solinger SPD greifen: Die schlägt vor, bei Schwerpunktkontrollen die Hilfe der zuständigen Hundertschaft der Polizei hinzuzuziehen. "Im Fall des gefährdeten Wupperwehrs ist das mindestens so berechtigt wie bei so mancher Demo", findet der Fraktionsvorsitzende Ernst Lauterjung. 

Jahrelanges Ärgernis: Behörden-Wirrwarr am Wipperkotten

WDR 00:50 Min. Verfügbar bis 02.06.2028 WDR Online

Download

Unsere Quellen:

  • Stadt Leichlingen
  • Rheinisch Bergischer Kreis
  • Förderverein Schleiferei Wipperkotten e.V.
  • SPD Solingen

Sendung: WDR.de, Jahrelanges Ärgernis: Behörden-Wirrwarr am Wipperkotten, 02.06.2026, 17:30 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 02.06.2026, 19:30 Uhr

Weitere Beiträge aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis

1 / 2