Wasserbüffel renaturieren Diepental
WDR. 03:19 Min.. Verfügbar bis 15.06.2028.
Die beeindruckenden Riesen tragen klangvolle Namen wie Ophelia, Octavia und Olivia. "Obwohl sie so massig aussehen, sind sie sehr zart und liebesbedürftig," erzählt ihr Hüter und Besitzer Markus Dernerth. Sofort liefert er den Beweis: Als er auf die Weide geht kommt Ocatavia heran und legt ihren Kopf auf seine Schultern, fordert ihn durch Küsschen auf sie zu kraulen.
Anders als viele Tiere braucht man sie nicht mit Futter locken. Sie liebt die menschliche Anwesenheit. Die sechs Wasserbüffel folgen Markus Derneth durch ihr neues Revier und üben gemeinsam mit ihm durch den Murbach zu waten.
Schmusen nicht zur Nachahmung
Markus Dernerth warnt trotz aller Zutraulichkeit der Tiere davor, sich ihnen zu nähern. "Hunde oder auch Kameras werden zum Teil als Bedrohung für die Tiere wahrgenommen," so der Herdenhüter, besonders wenn Jungtiere in der Herde sind.
Der Nachwuchs der Wasserbüffel
Trotz ihrer Massigkeit seien Wasserbüffel unglaublich schnell, sie schaffen bis zu 40 Stundenkilometer aus dem Stand.
Explosion der Artenvielfalt
Ein halbes Jahr nach dem Einsatz der Wasserbüffel zieht Martin Denecke von der Offenlandstiftung eine positive Bilanz. "Wir haben tatsächlich hier wieder seltene Tiere und Pflanzen entdeckt, wie den Zwergtaucher, Fledermäuse oder seltene Spechte." Die jetzt offene Landschaft sei ein Paradies für fast ausgestorbene Arten.
Diese Aue soll durch die Büffel befreit werden
Die Aufgabe der Wasserbüffel sei es, die Murbachaue zu öffnen - von Gestrüpp und Bäumen. "Insekten, Amphibien - sie brauchen diesen sogenannten Rohboden," erklärt Martin Denecke. "Auf schönen grünen Weiden finden wir keine Wildbienen, die können dort nicht nisten."
Beste Landschaftspfleger für die Natur
Ein Wasserbüffel kann über 200 Pflanzenarten entweder über sein Fell oder über seinen Kot verteilen. In einer Studie sind mehr als 20.000 Käferarten in einem einzigen Kothaufen entdeckt worden.
Wasserbüffel seien weniger wählerisch beim Fressen als etwa Kühe, erklärt Markus Dernerth. Mit ihren sehr großen, zweigeteilten Hufen könnten sie im Steilhang gut laufen und sackten gleichzeitig im Sumpf trotz ihres Körpergewichts nicht ein.
Asiatische Wasserbüffel ersetzen legendäre Auerochsen
Der urtümliche europäische Wasserbüffel ist vor etwa 10.000 Jahren ausgestorben. Sein asiatischer Verwandter übernimmt nun zunehmend seine Aufgaben.
Fußgänger sollten Abstand zu den Büffeln halten
Bachauen wie diese im Diepental seien vor Jahrtausenden relativ normal gewesen, sagt Denecke. Große wilde Pflanzenfresser, der legendäre Auerochse, gestalteten damals die Landschaft wohl ähnlich, wie das ab jetzt die Wasserbüffel am Murbach tun sollen.
Unsere Quellen:
- Offenland Stiftung Leverkusen, Leichlingen, Langenfeld
- Untere Naturschutzbehörde Rhein Berg und Leverkusen
- Wupperverband
- Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR.de, Wasserbüffel renaturieren Diepental, 15.06.2026, 15:01 Uhr
