Lange Haftstrafe für Remscheider Kioskbetreiber
Lokalzeit Bergisches Land. 20.11.2025. 00:45 Min.. Verfügbar bis 20.11.2027. WDR. Von Rüdiger Knössl.
Lange Haftstrafe für Remscheider Kioskbetreiber
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Vor dem Wuppertaler Landgericht ist am Donnerstag das Urteil gegen den 50 Jahre alten Betreiber eines Remscheider Kiosks wegen bewaffneten Drogenhandels gefallen. Er muss knapp acht Jahre in Haft. Es gab vorab eine "Verständigung im Strafprozess". Derselbe Kiosk soll auch bei den Ermittlungen zu den umfangreichen Waffenfunden in Remscheid eine entscheidende Rolle spielen.
Sieben Jahre und neun Monate lautet das Urteil. Laut Anklage fanden die Ermittler unterm Ladentisch des Remscheider Kiosks verschreibungspflichtige Medikamente wie Neuroleptika und Schmerzmittel auf Opiatbasis. Dazu sowohl im Kiosk, als auch in den Privaträumen des Mannes insgesamt mehrere hundert Gramm Kokain, sowie "gebrauchsbereite" Schusswaffen samt Munition.
Im Schlafzimmer lag außerdem ein Messer und im Auto eine scharf geschliffene Machete. Den Vorwurf mit den Schmerzmitteln hat das Gericht nicht weiter verfolgt, da es auf das zu erwartende Strafmaß ohnehin keine Auswirkungen gehabt hätte.
Bis zu 15 Jahre Gefängnis
Um so mehr ging es dem Gericht um die Drogen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann mit seinen Waffen sicherstellen wollte, mögliche Konflikte in der Drogenszene notfalls auch gewaltsam lösen zu können. Für das Urteil war das nicht unerheblich.
Denn im Unterschied zum herkömmlichen Drogenhandel sieht das Gesetz bei "bewaffnetem Handeltreiben mit Betäubungsmitteln" eine Mindeststrafe von fünf Jahren Gefängnis vor. Es können aber auch 15 Jahre werden.
"Ein halbes Kilo Kokain ist schon ein Brett!" Alexander Schräder, Vorsitzender Richter
Ermittlungen auch in Zusammenhang mit Remscheider Waffenfunden
Während sich der 50-Jährige bereits wegen seines mutmaßlichen Drogenhandels vor Gericht verantworten musste, klärten Polizei und Staatsanwaltschaft noch seine Rolle im Verfahren um die umfangreichen Remscheider Waffenfunde der vergangenen Wochen.
Wie die Wuppertaler Staatsanwaltschaft bestätigte, war es sein Kiosk, in dem verdeckte Ermittler die ersten scharfen Waffen kauften, die dann zu weitreichenden Ermittlungen führten. Der 50-Jährige soll in dem Kiosk Kontaktmann gewesen sein, sagt Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert. Die Ermittlungen dazu dauerten allerdings noch an.
Überraschung zum Prozessauftakt
Direkt nach Anklageerhebung zogen sich die Verteidiger des Remscheiders mit den Richtern und der Staatsanwaltschaft am ersten Prozesstag zu einem so genannten Rechtsgespräch zurück. Das Ergebnis: Eine "Verständigung im Strafprozess" wie es unter Juristen heißt.
Und die sah so aus, dass der Angeklagte ein umfassendes Geständnis ablegt und dabei auch Tatbeteiligte nennt - nicht nur was die jetzt angeklagten Drogendelikte angeht, sondern auch in "anderen, noch anhängenden Ermittlungsverfahren". Also auch was den riesigen Remscheider Waffenfund angeht. Dafür bekam er vom Gericht zugesichert, zu maximal neun Jahren Gefängnis verurteilt zu werden.
Aussage des Angeklagten auch zu Waffenfunden
Eine Vereinbarung, die offensichtlich eingehalten wurde. Der 50-Jährige hat gestern bei Polizei und Staatsanwaltschaft ausgesagt: Und dabei nicht nur weitere, bisher unbekannte Details bezüglich der Drogendelikte genannt, sondern auch zu den Ermittlungen rund um die umfangreichen Waffenfunde.
Einzelheiten dazu wurden in der Gerichtsverhandlung jedoch nicht genannt. Mit seinem Urteil von sieben Jahren und neun Monaten liegt das Gericht zwischen den Anträgen der Staatsanwaltschaft, die acht Jahre gefordert hatte und der Verteidigung, die auf sieben Jahre und sechs Monate plädierte.
Unsere Quellen:
- Staatsanwaltschaft Wuppertal
- Landgericht Wuppertal