Waffenfund in Remscheid: Kiosk spielt entscheidende Rolle
Lokalzeit Bergisches Land. 30.10.2025. 02:29 Min.. Verfügbar bis 30.10.2027. WDR. Von Lutz Polanz.
Der Kiosk in Remscheid liegt nur ein paar hundert Meter von dem Ort entfernt, an dem Anfang der Woche ein riesiges Arsenal an Waffen und Munition gefunden wurde. Über den ehemaligen Betreiber des Kiosks sind laut Staatsanwaltschaft Wuppertal die Waffenhehlerbande und ihr Lager aufgeflogen.
Bewaffneter Drogenhandel
Der Mann selbst sitzt seit dem Sommer wegen Drogenhandels in Untersuchungshaft. Bei seiner Festnahme wurden bei ihm nicht nur Betäubungsmittel, wie Kokain und Medikamente gefunden, sondern auch Waffen.
Es waren eine erlaubnisfreie CO2-Waffe, aber auch eine geschärfte Machete und ein Einhandmesser. "Er soll sich zum Schutz seiner eigenen Interessen im Drogenhandel bewaffnet haben," so beschreibt es Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert. Und das verstärke den Tatvorwurf gegen den Mann erheblich.
Scheinaufkäufer erwerben Waffe
Vor seiner Festnahme sollen Informationen aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität darauf hingewiesen haben, dass in dem betreffenden Kiosk neben Drogen auch mit Waffen gehandelt wurde.
Ermittler der Polizei sollen deshalb als Scheinaufkäufer Kontakt mit dem Kioskbetreiber aufgebaut haben. Über diesen Kontakt wurde dann der Kauf einer Pistole vermittelt - der erste Schritt, der zur Enttarnung der Waffenhehlerbande sowie des Waffenarsenals geführt habe.
Fotos des Waffenlagers in Remscheid
Ein illegales Waffenlager in Remscheid im Bergischen Land ist noch größer als bisher angenommen. Die Polizei hat einen weiteren geheimen Raum gefunden - unter anderem mit Maschinenpistolen. Schon in den Tagen zuvor waren Panzerfäuse, Maschinenpistolen und Granaten entdeckt worden.
Verhandlung im November
In den aktuellen Ermittlungen werde der Kiosbetreiber ab jetzt als Randfigur betrachtet, so der Oberstaatsanwalt. Im November startet ein Prozess gegen den Mann wegen Drogen- und Waffenbesitzes.
Die Durchsuchung des eigentlichen Waffenlagers geht zur Zeit noch weiter. Die Katalogisierung sämtlicher Funde sowie deren Abtransport dauere wohl noch einige Zeit.
Rechtsextremistischer Hintergrund unklar
Im Fachausschuss des Düsseldorfer Landtags sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) angesichts der bei der Razzia gefundenen Hakenkreuzflaggen und SS-Uniformen, dass es sich nicht zwingend um Rechtsextremismus handeln müsse. Es gebe "Militärverrückte" und der Fund erinnere "an ein Weltkriegsmuseum".
Landeskriminaldirektor Peter Mosch betonte im Innenausschuss des Landtags, man wolle die Einstellung und Motivation, die hinter der Sammlung von NS-Kleidung und Hakenkreuz-Flaggen steckt, feststellen. Weitere Vernehmungen und die Auswertung von IT-Asservaten, die die Polizei gefunden habe, könnten dabei helfen.
Unsere Quellen:
- Staatsanwaltschaft Wuppertal
- WDR-Reporter vor Ort
- Deutsche Presseagentur