beschlagnahmte Goldware auf dem Boden in Kisten

Geldwäsche und Sozialbetrug Razzia bei bergischen Goldankäufern

Stand:

Einsatzkräfte haben am Donnerstag zwölf Goldankauf-Geschäfte im Bergischen kontrolliert und konnten zahlreiche Verstöße feststellen -unter anderem wegen Sozialbetrugs und Geldwäsche.

Skurrile Werbeaktionen, falsche Minijobs und falsch eingestellte Goldwaagen - die Ermittler fanden schon bei zwölf Goldankauf-Geschäften jede Menge Verstöße und leitete Verfahren ein. Außerdem beschlagnahmten die Ermittler Bargeld sowie Edelmetalle. An der Razzia hatten sich zahlreiche Behörden des bergischen Städtedreiecks sowie Leverkusen und Langenfeld beteiligt, wie die Jobcenter, Polizei und Finanzämter - aber auch die Bezirksregierungen Düsseldorf und Köln, das Landesamt für Finanzkriminalität und die Staatsanwaltschaft Wuppertal.

Goldankauf-Geschäfte gelten laut Gewerbeordnung als überwachungsbedürftig. Wie die Stadt Wuppertal mitteilt, werben viele Händler mit Anzeigen in Zeitungen oder im Internet und versprechen hohe Gewinne. Bürger würden laut Behördenangaben ihren Schmuck dabei häufig weit unter Wert verkaufen.

Goldankauf-Geschäfte schlossen kurzfristig

Einige Betreiber schlossen ihre Geschäfte während der Überprüfungen oder kündigten die Schließung für die kommenden Tage an. In anderen Läden trafen die Beamten keine Verantwortlichen an, obwohl für diesen Tag umfangreiche Werbeaktionen angekündigt waren. Die Gewerbeüberwachung leitete mehrere Verfahren ein, um Betrieben wegen Unzuverlässigkeit die weitere Tätigkeit zu untersagen.

Laut Stadt liegen einige Verdachtsfälle vor, in denen die tatsächlichen Betreiber Strohmänner vorgeschoben haben oder eine Gewerbeanmeldung vollständig fehlt. Besonders häufig stießen die Ermittler auf möglichen Sozialbetrug: Mehrere angetroffene Mitarbeiter bezogen Leistungen vom Jobcenter, hatten ihre Beschäftigung jedoch nicht angemeldet.

Falsche Minijobverträge

Ein Beschäftigter gab laut Behörden sogar zu, dass der Betrieb für Kontrollen falsche Minijob-Verträge bereithielt. Zwei Mitarbeiter führten zudem hohe vierstellige Bargeldsummen mit sich. Die Jobcenter prüfen nun, ob zu Unrecht gezahlte Leistungen zurückgefordert werden.

Auch bei Arbeitsgeräten und der Buchführung stellten die Kontrolleure erhebliche Mängel fest. Mehrere Waagen wiesen Unstimmigkeiten auf, obwohl diese für die genaue Wertbestimmung von Edelmetallen entscheidend sind. Zudem konnten Händler die Herkunft vorhandener Waren häufig nicht nachweisen. In einem Geschäft beschlagnahmten die Beamten deshalb Münzen und Goldbarren.

Verstöße gegen Geldwäschegesetz

An einem Standort parkten teure Limousinen mitten in den Geschäftsräumen. Deshalb wurde ein bauordnungsrechtliches Verfahren eingeleitet. Weitere Prüfungen betreffen mögliche Verstöße gegen das Geldwäschegesetz sowie Mängel bei der Kassenführung. Koordiniert worden war die Aktion von der Gemeinsamen Koordinierungsstelle Rhein-Wupper (GeKo), einem Zusammenschluss der Städte Wuppertal, Solingen, Remscheid, Leverkusen und Langenfeld.

Razzia deckt Verstöße bei bergischen Goldankäufern auf

WDR 29.05.2026 00:18 Min. Verfügbar bis 28.05.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Pressemitteilung der Stadt Wuppertal

Sendung: WDR 2 Bergisches Land, Lokalzeit, 29.05.2026, 9.31 Uhr

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